Kauflust trotz Abschreibungsüberhang
Sinner-Schrader plant neue Zukäufe

Die Internetagentur Sinner-Schrader will trotz hoher Abschreibungen auf übernommene Unternehmen weitere Softwarefirmen aufkaufen. "Wir führen sehr konkrete Gespräche mit Firmen, die im Bereich der Betriebswirtschafts-Software und im SAP-Umfeld stark sind", sagte Firmenchef Oliver Sinner.

dpa-afx FRANKFURT. Den Verfall des Aktienkurses wertet Sinner indes nicht als Krisenzeichen: "Wir sind eines der wenigen noch gesunden Internet-Unternehmen." Wie die meisten Internet-Aktien leidet auch das Papier von Sinner-Schrader trotz eines guten Kundenstammes unter den unsicheren Aussichten der Branche. Seit Jahresbeginn fiel der Kurs von 17,50 ? auf 3,00 ?. Der Börsenwert schrumpfte damit auf 29 Mill. ? - so viel Geld hat das Unternehmen derzeit selbst auf dem Konto.

Vorjahreskäufe belasten Ergebnis

Im September des vergangenen Jahres waren die Hamburger auf dem Weg zum "Full-Service-Anbieter" für E-Commerce auf Einkaufstour gegangen - und hatten tief in die Tasche gegriffen. 15 Mill. ? in bar und Aktien im Wert weiterer 15 Mill. ? war der Kauf damals wert, schrieben damals zahlreiche Analysten. Auf 25 Mill. ? beziffert das Unternehmen den Kaufpreis. Und der Preisverfall, Branchenkreise sprechen heute von einem realistischen Wert in Höhe von cirka sechs Mill. ?, drückt jetzt auf das Ergebnis.

Doch auch andere "Bremsspuren" der Konjunktur finden sich in der Bilanz wieder: Im vergangenen Jahr verdiente SinnerSchrader nach Steuern noch 4,2 Mill. ?. In den ersten neun Monate des Geschäftsjahres (30. August) hat die Internet-Agentur den Vorjahresumsatz schon fast erreicht, weist allerdings auch einen Quartalsverlust aus.

Positiver Cash-Flow

"Wir haben zum ersten Mal ein negatives Quartalsergebnis ausgewiesen", sagte Sinner, "das war ein herber Schrecken für mich". Er begründete den Verlust mit Abschreibungen von drei Mill. ? und dem Forderungsausfall bei Management Data, die in der vergangenen Woche ins Insolvenzverfahren gegangen ist. Allein diese nicht bezahlte Rechnung habe die Bücher mit 500 000 belastet. "Am Geldfluss gemessen, haben wir 1,8 Mill. DM verdient", sagte der für das operative Geschäft zuständige Vorstand.

"In dem Konjunkturumfeld lässt sich ein Wachstum nur durch neue Kunden darstellen", meint er - oder durch mögliche Zukäufe wie von Unternehmensteilen der insolventen Kabel New Media. "Wir sind noch in Gesprächen mit Kabel, aber ohne hohe Erwartungen".

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%