Kaufpreis beträgt 6,6 Milliarden Euro
British Telecom übernimmt Mehrheit an Viag Interkom

Der Düsseldorfer Eon-Konzern hat mit dem angekündigten Verkauf seines Anteils an der Viag Interkom die Weichen für einen weiteren Rückzug aus der Telekommunikation gestellt. Wegen des Einbruchs der Strompreise erwartet der Konzern zudem einen Ergebnisrückgang.

HB/dpa BERLIN/DÜSSELDORF. Wie Eon am Donnerstag in Düsseldorf berichtete, wurde mit der British Telecom eine Option über einen Verkauf des 45- prozentigen Eon-Anteils an dem viertgrößten deutschen Mobilfunkbetreiber zum Preis von rund 6,6 Mrd. Euro (12,9 Mrd. DM) vereinbart. Das Londoner Unternehmen ist derzeit ebenfalls bereits mit 45 % an VIAG Interkom beteiligt.

Nach dem Ergebnis der Versteigerung um die UMTS Mobilfunklizenzen soll der vereinbarte Kaufpreis jedoch entsprechend angepasst werden, berichtete ein Eon-Sprecher in Düsseldorf. Ein von Eon zur Finanzierung der Lizenzgebühr aufgenommenes Gesellschafterdarlehen soll dann bei einem Zustandekommen des Verkaufs im kommenden Jahr von British Telecom abgelöst werden. Bezogen auf die erwartete Anzahl der Mobilfunkkunden zum Jahresende liege der vereinbarte Kaufpreis bei rund 7 000 Euro (13 700 DM) je Kunde.

In den ersten sechs Monaten war das Betriebsergebnis von Eon um zehn Prozent auf 1,712 Mrd. Euro (3,4 Mrd. DM) zurückgegangen. Beim Strom erwarte das Unternehmen derzeit jedoch keine weiteren Preissenkungen, hieß es. Trotz nach wie vor niedriger Tankstellenmargen der Eon-Tochter Aral erwarte der Konzern im Ölgeschäft durch den kräftigen Anstieg der Rohölpreise ein weiteres Ergebniswachstum. Auch bei der Chemie werde mit steigenden Ergebnissen gerechnet.

Vor allem jedoch auf Grund hoher Buchgewinne von insgesamt rund 4,4 Mrd. Euro unter anderm aus dem Verkauf der E-Plus - Beteiligung werde der Konzernüberschuss kräftig ansteigen. Der Düsseldorfer Energiekonzern war im Juni dieses Jahres aus der Fusion von Veba und Viag entstanden. Beide Unternehmen waren mit einem Jahresüberschuss von zusammengerechnet rund 3,59 Mrd. Euro in die Fusion gegangen.

Viag Interkom: Strategie bei Versteigerung bleibt gleich

Auch nach dem angekündigten Eon-Ausstieg bei Viag Interkom bietet der Telekommunikationskonzern weiter um eine der UMTS-Lizenzen in Mainz mit. Die Tatsache, dass British Telecom künftig nun 90 % an dem Unternehmen halten könne, führe zu keiner Änderung der Strategie, sagte Viag Interkom-Sprecher Peik von Bestenbostel am Donnerstag in Mainz. Derzeit halt British Telecom 45% an Viag Interkom.

"An unserer Ausgangslage hat sich überhaupt nichts geändert", sagte der Unternehmenssprecher. Es sei "absolut sichergestellt", dass Viag Interkom eine Lizenz bekommen werde. Bestenbostel betonte, für sein Unternehmen habe sich die Situation "nicht dramatisch" verändert. Anders wäre es gewesen, wenn es einen neuen Partner gegeben hätte. Die Entscheidung der Anteilseigner wollte er "weder begrüßen noch kritisieren".



UMTS-Bieter peilen 100 Milliarden-Marke an

Bei der Versteigerung der UMTS Mobilfunklizenzen haben die Bieter zum Auftakt des möglicherweise letzten Auktionstages die Gebote weiter nach oben getrieben. Als erste Bewerber boten die Münchener VIAG Interkom, die Bietergemeinschaft G3 (Sonera/Telefónica) und Mannesmann Mobilfunk für einen Frequenzblock mehr als acht Mrd. DM. Wenn in den nächsten Runden keine Entscheidung fällt, könnte bald die Schwelle von 100 Mrd. DM erreicht werden. Insgesamt summierten sich die Höchstgebote für alle zwölf Frequenzpakete nach der 166. Runde auf 96,5 Mrd.. DM. Mobilcom lagen mit 24,3 Mrd.. DM für eine große Lizenz an der Spitze des Bieterfeldes.

Die Ratingagentur Standard & Poor? s (S&P) will mindestens vier der an der Auktion beteiligten Telekomanbieter herunterstufen, wenn diese eine der teuren deutschen Lizenzen ersteigern. Duncan Warwick-Champion von S&P begründete dies mit "erheblichen Kreditrisiken". Die zweite führende Ratingagentur, Moody?s, ist zurückhaltender: Die Strategien der Konzerne ließen sich erst nach Ende aller UMTS-Auktionen in Europa beurteilen.

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