Kaufpreis soll 2 Mrd. Euro betragen
Bauer Verlag übernimmt Herzstück des Kirch-Imperiums

Der Wettstreit um die insolvente Kirch Media, das Herzstück der Kirch-Gruppe, ist beendet: Der Konzern soll an das favorisierte Bieter-Konsortium aus Bauer Verlag und Hypo-Vereinsbank verkauft werden. "Die Entscheidung ist grundsätzlich gefallen", sagte der amtierende Geschäftsführer von Kirch Media, Hans-Joachim Ziems, am Mittwoch nach einem Gläubigertreffen in München. Bis spätestens 15. Dezember soll der Vertrag unterschrieben sein.

jojo/mwb MÜNCHEN. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Er dürfte aber bei 2 Mrd. Euro liegen. Zu Kirch Media gehören der Filmrechtehandel mit der riesigen Bibliothek des gestürzten Medien-Moguls Leo Kirch sowie die Sender-Gruppe Pro Sieben Sat 1 Media AG. Das Bieterkonsortium wird den Mehrheitsanteil an Pro Sieben übernehmen und den TV-Konzern finanziell so ausstatten, dass er den Filmrechtehandel einbringen kann. Zum Konsortium hinzustoßen soll noch das zum Sony-Konzern zählende US-Filmstudio Columbia. Weitere Details des Vertrags werden in den nächsten Wochen verhandelt. Aber auch wenn Columbia außen vor bleibt, könne Bauer den Zuschlag behalten, versicherte Ziems. Damit haben sich die Gläubiger für die Wunschlösung von Pro-Sieben-Sat-1-Chef Urs Rohner entschieden. "Die Aktionäre von Pro Sieben Sat 1 werden jubeln", versicherte Kirch-Sanierer Hans-Joachim Ziems. "Wir begrüßen diese Lösung außerordentlich", betonte ein Pro-Sieben-Sprecher. Der Aktienkurs schnellte wegen der guten Nachrichten um mehr als 8,6 % hoch und schloss bei 6,79 Euro.

Die Kirch-Media-Sanierer Hans- Joachim Ziems und Wolfgang van Betteray können damit zwei Wochen nach dem Verkauf der profitablen Tochter Kirch Sport AG an die Investoren um den Ex-Fußballstar Günter Netzer den zweiten Erfolg verbuchen. Die Verwertung des Kirch-Imperiums dauert bereits über sieben Monate und kam lange nicht so schnell voran wie geplant. "Die Besetzung der Konsortien hat kräftig gewechselt", erklärte Ziems. Nicht im erfolgreichen Konsortium ist beispielsweise der häufig in diesem Zusammenhang genannte Verlag Axel Springer, der mit der Ausübung einer Option die aktuellen Schwierigkeiten von Kirch ausgelöst hatte. Aus dem zweiten aussichtsreichen Konsortium der Altgesellschafter (Prinz Al-Waleed, Rewe, Commerzbank) unter Führung von Lehman Brothers ist kurz vor der Entscheidung der Handelskonzern Rewe ausgeschieden. Nicht zum Zuge kamen ferner der französische Sender TF 1 mit dem US-Investor Haim Saban und ein nicht bekannter Finanzinvestor.

Sanierer Ziems zeigte sich für die Verwertung der restlichen Teile des ehemaligen Kirch-Reichs wie etwa des defizitären Sportsenders DSF oder der Sportübertragungs- Firma Plazamedia "sehr zuversichtlich".

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%