Kaufpreis soll 360 Millionen $ betragen
Software AG will frühere Tochter Saga Systems zurückkaufen

Der Kaufpreis soll 360 Millionen $ betragen. Die Darmstädter Software AG will damit ihr Wachstum beschleunigen.

Reuters DARMSTADT. Die Darmstädter Software AG will ihre frühere US Saga Systems-Tochter für 360 Mill. $ (rund 821 Mill. DM) zurück kaufen und damit ihr Wachstum beschleunigen. Software-AG-Chef Erwin Königs sagte am Donnerstag in Frankfurt, die Übernahme werde Umsätze und Ertragskraft seines Unternehmens "nachhaltig verbessern". Nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden planen die Darmstädter zudem weitere Akquisitionen für die kommenden beiden Jahre. Die Aktien der im Börsenindex MDax der mittelgroßen Werte notierten Software AG lagen am frühen Nachmittag deutlich im Minus.

Das Unternehmen erwartet Königs zufolge durch die Saga- Übernahme im kommenden Jahr eine Umsatzsteigerung um mindestens die Hälfte auf 650 Mill. Euro. Das operative Ergebnis werde ohne Berücksichtigung von Abschreibungen und Einmalkosten 2001 voraussichtlich 125 Mill. Euro betragen. Die Einmalkosten bezifferte Königs auf 20 Mill. DM. Das Ergebnis je Aktie werde 2001 um 70 bis 75 % steigen, davon allein 20 bis 25 % durch die geplante Transaktion.

Saga-Aktionären wird ein Bar-Angebot von 11,5 $ pro Aktie geboten

Zur Übernahme der börsennotierten Saga werde deren Aktionären ein Bar-Angebot in Höhe von 11,50 $ je Aktie unterbreitet, teilten die Darmstädter weiter mit. Den Übernahmepreis bezeichnete Königs als "extrem günstig". Mit dem Abschluss der Transaktion sei im ersten Quartal kommenden Jahres 2001 zu rechnen. Saga, die den Angaben zufolge bis zum Verkauf vor dreieinhalb Jahren bereits eine Tochtergesellschaft der Software AG gewesen war, vertreibt und wartet die Produkte der Darmstädter in Nord- und Südamerika sowie in Japan und Israel. Die im Bundesstaat Virginia ansässige US-Firma habe im Geschäftsjahr 1999/2000 mit knapp 800 Mitarbeitern einen Umsatz von 196 Mill. $ erwirtschaftet.

Die Software AG will sich nach den Worten ihres Vorstandschefs in den kommenden beiden Jahren durch weitere "größere" Akquisitionen verstärken. Als mögliche Zielregionen nannte Königs Frankreich, Italien und Großbritannien. Zur Finanzierung der vorgesehenen Zukäufe strebe die Software AG für kommenden Sommer erneut eine Kapitalerhöhung an. Voraussetzung sei allerdings, dass sich der Börsenkurs des Unternehmens weiterhin "freundlich" entwickle.

Von der Saga-Akquisition versprechen sich die Darmstädter insbesondere eine Stärkung der Präsenz in den für die Informationstechnologie maßgebenden Märkten in Nordamerika und Japan, wie der Vorstandschef weiter erläuterte. Die Region USA werde künftig knapp 36 % statt bislang rund 15 % zum Lizenz- und Wartungsumsatz des Unternehmens beitragen.

Die Aktien der Software AG notierten am frühen Nachmittag an der Frankfurter Börse mit 74,50 um fast 14 % schwächer. Die Papiere der Saga Systems hatten vor Bekanntgabe der Übernahme-Pläne an der Wall Street mit einem Kursgewinn von 2,33 % auf 5-1/2 $ geschlossen.

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