Kaufpreis über 1,5 Milliarden DM
Daimler-Chrysler verkauft Adtranz an Bombardier

Daimler-Chrysler konzentriert sich nach dem Verkauf der Adtranz voll auf das Autogeschäft. Bombardier kündigte an, die Adtranz-Bereiche Signaltechnik und Bahnfahrwegsysteme weiterverkaufen zu wollen.

ap STUTTGART. Daimler-Chrysler verkauft seine Bahntechnik-Tochter Adtranz an den kanadischen Konzern Bombardier und konzentriert sich nun voll auf das Autogeschäft. Wie Daimler-Chrysler am Freitag in Stuttgart mitteilte, beträgt der Kaufpreis 790 Millionen Euro (1,545 Milliarden Mark). Der Betrag werde einen positiven Effekt auf das Konzernergebnis haben. Die Börse reagierte verhalten, die Daimler-Chrysler-Aktie legte bis zum Nachmittag nur um 0,49 Prozent zu.

Bombardier kündigte zugleich an, die Adtranz-Bereiche Signaltechnik und Bahnfahrwegsysteme weiterverkaufen zu wollen. Dies werde den Kaufpreis für Bombardier entsprechend mindern. Der Konzern wird mit der Übernahme weltweit zu einem führenden Hersteller von Lokomotiven und Eisenbahnwaggons.

Nachdem bei Adtranz die Gewinnschwelle erreicht sei, werde das Unternehmen an einen Konzern veräußert, zu dessen Kerngeschäft die Bahnaktivitäten gehörten, sagte Schrempp. Adtranz beschäftigt zurzeit rund 22.000 Mitarbeiter. Schrempp sagte, Bombardier sei am besten geeignet, um den Bahnhersteller erfolgreich in die Zukunft zu führen. Adtranz war lange Zeit in den roten Zahlen. Im Jahr 1999 stieg der Umsatz um sieben Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2000 verbesserte sich der Umsatz um 17 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Der Auftragseingang erhöhte sich um 26 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro.

Manfred Bischoff, als Aufsichtsratsvorsitzender des Bahnherstellers im Vorstand des Autobauers für Adtranz zuständig, sagte: `Unser Restrukturierungsprogramm hat das Unternehmen wieder auf das richtige Gleis gesetzt." Es konzentriere sich nun auf die Bereiche Bahnfahrzeuge und Dienstleistungen. Bombardier-Vorstandschef Robert Brown erklärte: `Die Kombination von Bombardier und Adtranz schafft ein neues Unternehmen, das zu den weltweit führenden Herstellern von Bahnsystemen gehören wird." Die Akquisition ergänze die bisherigen Bahntechnik-Akivitäten auf den wichtigsten Absatzmärkten, aber auch bei Produkten und Dienstleistungen. Der Transaktion müssen noch die Kartellbehörden und der Aufsichtsrat von Daimler-Chrysler zustimmen.

Der kanadische Transportkonzern beschäftigt eigenen Angaben zufolge 56.000 Mitarbeiter in zwölf Ländern. Das Unternehmen ist nicht nur in der Bahntechnik tätig, sondern produziert auch Geschäfts- und Regionalflugzeuge und bietet Finanzdienstleistungen an. Für das am 31. Januar abgelaufene Geschäftsjahr bezifferte sich der Umsatz auf 9,6 Milliarden Euro. Adtranz war 1996 aus der Zusammenlegung der Bahntechnik der Daimler-Tochter AEG und der Bahnsparte von ABB entstanden. Nach mehreren Verlustjahren hatte DaimlerChrysler dem Unternehmen einen drastischen Sanierungskurs mit einem massiven Personalabbau und der Schließung von Produktionsstandorten verordnet. Im vergangenen Jahr gab ABB seine Hälfte an Adtranz für 795 Millionen Mark (rund 407 Millionen Euro) an Daimler ab.

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