Kaufpreis von 6,3 Milliarden Euro
Vodafone greift nach Cegetel

Die Vodafone plc, Newbury, hat am Mittwoch mit der Übernahme einer kontrollierenden Mehrheit an der Cegetel Groupe SA überwiegend positive Reaktionen bei Analysten hervorgerufen.

vwd LONDON. Der britische Mobilfunkkonzern kauft von der BT Group plc, London, für 2,5 Milliarden britische Pfund in bar deren 26-Prozent-Anteil an der französischen Telekom-Holding. Die SBC Communications Inc, San Antonio, erhält für ihre 15 %-Beteiligung 2,37 Milliarden Euro. Mit der Transaktion steigert Vodafone ihren Cegetel-Anteil auf 56 von 15 %, falls nicht die Vivendi Universal SA von ihrem Vorkaufsrecht für die Anteile Gebrauch macht.

Mit der Übernahme sei der Vodafone-CEO Chris Gent seinem Traum ein großes Stück näher gekommen, in fünf großen Ländern Europas einen Mobilfunkanbieter zu kontrollieren, sagen Beobachter. Die Kontrolle bei Cegetel verschafft Vodafone auch eine Mehrheit bei deren Mobilfunktochter SFR. Mit der Präsenz in Großbritannien, Deutschland, Italien, Spanien und jetzt auch Frankreich liege Vodafone ein gutes Stück vor seinen Wettbewerbern. Das Gebot für die Cegetel-Anteile sei "angemessen", sagt Analyst Stephan Lefevre-Sauli. Auch Analyst John Tysoe von der WestLB meint, der Preis sei "fair". Die Transaktion werde den Vodafone-Gewinn steigern.

Nicht nur Vodafone gehört zu den Gewinnern

Doch Analysten heben nicht nur die Vorteile für Vodafone hervor. Es gebe auch positive Effekte für die Verkäufer. Es sei gut für die Aktien der BT Group, dass nun endlich die Unsicherheit von dem Titel weiche, nachdem klar ist, zu welchen Konditionen eine Transaktion stattfindet, heißt es bei Nomura. Entsprechend steigen die Aktien des britischen Telekomkonzerns um 0,6 % auf 181 Pence. Einen Sprung um 7,5 % auf 14,43 Euro machen die Titel von Vivendi Universal SA. Der französische Medienkonzern hält noch 44 % an Cegetel. Vodafone hat dem Unternehmen, das mit 19 Milliarden Euro verschuldet ist, ein Angebot über 6,77 Milliarden Euro für dessen Anteil gemacht.

Vivendi Universal hat allerdings ein Vorkaufsrechte für die Cegetel-Beteiligungen von BT und SBC. Statt über eine Veräußerung der eigenen Beteiligung nachzudenken, könnte der Konzern auch selbst eine Übernahme von Cegetel erwägen und den Verkauf an Vodafone somit verhindern. Beobachter halten einen solchen Schritt jedoch für unwahrscheinlich.

Skeptiker halten den Preis für zu hoch

Die Offerten von Vodafone bewerten das Aktienkapital von Cegetel mit 15,4 Milliarden Euro . Nach Berechnungen von Analysten entspricht dies auf EBITDA-Basis einem Bewertungsaufschlag von zehn bis 15 % im Vergleich zur Marktkapitalsierung von Vodafone. Im Gegensatz zu den meisten Analysten reagierten die Anleger an der Börse mit Vorsicht auf den Übernahmepreis. Der Kurs der Vodafone-Papiere fiel am Mittag um 0,7 % auf 100,25 Pence. Auch Analyst Mark James von Nomura folgt nicht der Meinung seiner Kollegen. Er hält den Preis für zu hoch. Vodafone bezahle deshalb zu viel, weil sich das Wachstum im Mobilfunksektor schnell verlangsame.

Auch am Anleihemarkt wurde die Nachricht über den Cegetel-Kauf mit Zurückhaltung aufgenommen. Die Vodafone-Anleihe mit einem Kupon von 5,75 % und Laufzeit bis 2006 rentierte nach der Meldung um zehn Basispunkte höher bei 135 Basispunkten über Bundesanleihen. Analysten zeigten sich besorgt, dass die Übernahme das Kreditrating von Vodafone belasten könnte. Vodafone selbst beschwichtigte jedoch, sie habe genügend Barreserven und Bankfazilitäten, um die Akquisition der Cegetel-Anteile zu finanzieren. Die Barreserven beliefen sich auf sieben Milliarden Euro, die Kreditfazilitäten auf 3,5 Milliarden Euro, hieß es.

Auch die Ratingagentur Fitch gab unterdessen Entwarnung. Sie bestätigte das Langfristrating von Vodafone mit "A" und das Kurzfristrating mit "F1". Der Schritt des Mobilfunkkonzerns liege im Rahmen seiner Strategie, die Beteiligungen in solchen Märkten aufzustocken, in denen er bereits aktiv ist.

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