Kaufpreis wird nicht genannt
"Rotkäppchen" übernimmt "MM" und "Mumm"

Die traditionsreiche ostdeutsche Sektkellerei "Rotkäppchen" aus Freyburg an der Unstrut kauft die Sektmarken "Mumm" und "MM". Ein entsprechender Vertrag wurde am Montag unterzeichnet, wie der Geschäftsführende Gesellschafter der "Rotkäppchen" GmbH, -Sektkellerei Gunter Heise, am Dienstag in Leipzig sagte.

ddp FREYBURG. Dieser Vertrag sieht auch den Erwerb der beiden Standorte Hochheim und Eltville in Hessen vor. Den Kaufpreis wollte er nicht nennen. In Branchenkreisen ist von 270 Mill . DM die Rede.

"Mumm" und "MM" mit insgesamt 240 Mitarbeitern gehören bisher zur Seagram Deutschland GmbH. Der Vertrag erlange erst nach einer Entscheidung der US-amerikanischen und kanadischen Kartellbehörden zum Erwerb der Seagram Getränkesparte durch Diageo und Pernod-Ricard seine Gültigkeit. Einen Zeitpunkt dafür nannte Heise nicht. "Rotkäppchen" habe sich gegen eine Handvoll Mitbewerber durchgesetzt. Das Unternehmen soll Henkel&Söhnlein um 40 Mill. DM überboten haben.

"Rotkäppchen" wolle die rechtliche Selbstständigkeit der beiden zu erwerbenden Standorte aufrechterhalten, hieß es weiter. Ziel sei es, die Belegschaften erfolgreich zu integrieren. Die Chance für die Mitarbeiter in Eltville und Hochheim sei sehr groß. In Freyburg arbeiten 92 Beschäftigte. Der Manager sprach von einer "gesunden Finanzierung" über Banken und eigene Mittel. Nähere Angaben wollte er jedoch nicht machen. Heise schloss nicht aus, dass künftig an den Standorten auch Sekte der anderen Marke produzieren werden.

"Rotkäppchen" zog für das Geschäftsjahr 2000/2001 eine insgesamt positive Bilanz. Im Zeitraum 1. April 2000 bis 31. März 2001 setzte die Firma 49,1 Mill. Flaschen und damit 11,8 % mehr ab als ein Jahr zuvor. Der Umsatz stieg binnen Jahresfrist um 13,5 % auf 295 Mill. DM. Mit 49 % hat Halbtrocken den größten Anteil am Verkauf. Danach folgen mit 26 % trockene und mit 19 % milde "Rotkäppchen"-Sekte.

Der Marktanteil in Ostdeutschland erhöhte sich von 53,1 auf 57,5 %. In Westdeutschland verzeichnete der Freyburger Anbieter ein Wachstum um 0,8 Punkte auf 3,1 %. Die mengenmäßige Marktanteilsentwicklung von "Rotkäppchen" am deutschen Sekt stieg um zwei Punkte auf 18,2 %. Zum Gewinn machte Heise keine Angaben. Er sei "zufriedenstellend". Seit 1991 habe das Unternehmen insgesamt 74,8 Mill. DM investiert.

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