Kaufvertrag aufgehoben
Verkauf von Siemens-Tochter MPM an Apax gescheitert

dpa MÜNCHEN. Der Siemens-Konzern wird seine Tochter Mannesmann Plastics Machinery nach einem Zeitungsbericht nun doch nicht an den Finanzinvestor Apax verkaufen. Der bereits angekündigte und von der EU-Kommission genehmigte Verkauf des Spritzgießmaschinen-Herstellers sei gescheitert, berichtete die "Financial Times Deutschland" am Freitag unter Berufung auf das Umfeld der Verhandlungen. Apax habe den Kauf nicht mehr finanzieren können. Die Unternehmen hätten sich daher darauf geeinigt, den Kaufvertrag aufzuheben.

Der Siemens-Konzern wollte sich nicht zu dem Bericht äußern. "Dazu geben wir keinen Kommentar ab", sagte eine Sprecherin am Freitag in München. Ursprünglich wollte Apax die Mannesmann Plastics Machinery AG (MPM/München) mitsamt der rund 7 000 Mitarbeiter übernehmen. Siemens hatte seine Verkaufspläne im Juli bekannt gegeben. Die Siemens-Aktie verlor am Freitag zeitweise rund zwei Prozent auf 45,25 Euro.

Stillschweigen vereinbart

Über den Kaufpreis für MPM hatten Siemens und Apax Stillschweigen vereinbart. Einschließlich übernommener Schulden hätte er nach früheren Medienberichten bei knapp 800 Mill. Euro gelegen. MPM sieht sich mit zuletzt 1,4 Mrd. Euro (2,7 Mrd. DM) Jahresumsatz als weltgrößter Hersteller von Spritzgießmaschinen zur Kunststoffverarbeitung. Im Juli habe das Unternehmen seine Prognosen für das laufende und das kommende Jahr allerdings «dramatisch reduziert», heißt es in dem Zeitungsbericht. Daraufhin sei der Apax-Finanzierungsplan in Gefahr geraten. Siemens habe sich nicht auf eine Nachverhandlung des Kaufpreises eingelassen.

Die europäischen Wettbewerbshüter hatten dem Siemens-Konzern vor knapp drei Wochen grünes Licht für den Verkauf von MPM gegeben. Die EU-Kommission in Brüssel sah den Wettbewerb durch die Übernahme nicht gefährdet. Der Verkauf von MPM hätte zugleich das Ende der traditionsreichen Industriefirma Mannesmann Demag Krauss-Maffei bedeutet. Mannesmann Demag Krauss-Maffei gehörte zur früheren Mannesmann-Industriesparte Atecs, die von Siemens übernommen wurde.

Der Finanzinvestor Apax Partners bezeichnet sich als ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich Risikokapital. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben rund 330 Firmen im Portfolio und ist in neun Ländern vertreten.

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