Kaufvertrag soll nächste Woche unterzeichnet werden
Bank Berlin will Allbank an GE-Tochter verkaufen

Die Bankgesellschaft Berlin steht offenbar kurz vor dem Verkauf ihrer auf Konsumentenkredite spezialisierten Tochter Allbank an eine Tochter des US-Konzerns General Electric (GE).

Reuters BERLIN. Aus Kreisen des Aufsichtsrats erfuhr Reuters am Mittwoch, dass das Gremium den Verkauf gebilligt habe und der Vertrag am 11. Juni unterzeichnet werden soll. "Der Aufsichtsrat hat dem Verkauf zugestimmt", hieß es. Das Gremium sei sich einig, dass die Transaktion alternativlos sei. Die Bankgesellschaft lehnte einen Kommentar dazu ab.

Bis zum In-Kraft-Treten des Vertrages Ende August oder Ende September muss die Bankgesellschaft noch einige Vorbedingungen erfüllen, wie aus einer Beschlussvorlage für den Aufsichtsrat hervorgeht, die Reuters vorlag. Dazu gehören unter anderem Verkauf oder Auslagerung bestimmter Geschäftsteile der Allbank in den nächsten Monaten. In den Kreisen wurde erwartet, dass sich der Kaufpreis am Buchwert orientieren und bei grob 170 Mill. ? liegen werde. Der genaue Preis stehe aber noch nicht fest. Sollte ein Verkauf erneut scheitern, würde die Allbank liquidiert.

Im Dezember 2002 war ein Verkauf der Allbank aus Hannover an die Royal Bank of Scotland kurz vor einer Vertragsunterzeichnung gescheitert. Seit Anfang dieses Jahres hatte die Bankgesellschaft exklusive Verkaufsverhandlungen mit der Finanzdienstleistungstochter des US-Mischkonzerns, GE Capital, geführt. "Eine Alternative zu dieser Transaktion wäre die Liquidation der Gesellschaft", hieß es in der Beschlussvorlage mit Blick auf die Allbank. Die landeseigene Bankgesellschaft hält 99,8 % an der Allgemeinen Privatkundenbank AG (Allbank) und hatte bereits Ende der 90-er Jahre vergeblich versucht, die Allbank zu verkaufen. Das Hannoveraner Geldinstitut beschäftigte Ende 2002 knapp 950 Mitarbeiter in bundesweit 84 Filialen. Bei einer Bilanzsumme von rund drei Mrd. ? verbuchte die Allbank im vergangenen Jahr einen Überschuss von 315 000 ?.

In der Vorlage für den Aufsichtsrat hieß es, in der GE Bank GmbH sollten künftig die Aktivitäten der Allbank und der GE-Tochter Service Bank GmbH gebündelt werden. Der für Deutschland zuständige GE-Regionalchef Thomas Limberger hatte bereits vor drei Wochen in einem Reuters-Interview eine Expansion von GE unter anderem bei Finanzdienstleistungen in Deutschland in Aussicht gestellt. Die Bankgesellschaft hatte wiederholt angekündigt, sich bis Ende des ersten Halbjahres 2003 von der Allbank trennen zu wollen. Der Verkauf ist Teil des Sanierungskonzeptes der Bankgesellschaft. Der Konzern hat nach langen Verlustjahren in den ersten drei Monaten operativ und unter dem Strich wieder schwarze Zahlen geschrieben.

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