Kaum Abschottung
Teams setzen bei der Euro 2008 auf Fankontakt

Die Fans müssen draußen bleiben. Zwar hängen vor den Trainingszentren der deutschen und polnischen Nationalmannschaft während der EM 2008 keine großen Verbotsschilder, die Sicherheitskräfte achten aber peinlichst darauf, dass kein Anhänger weiter als vor die Absperrung kommt.

Uefa-Empfehlung kommt beim DFB nicht an

"Wir wollen unsere Fans im Turnier überzeugen und nicht auf dem Trainingsplatz", argumentiert Bundestrainer Joachim Löw, warum seine Mannschaft anders als bei der WM 2006 entgegen der Uefa-Empfehlung komplett unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert.

Neben dem DFB-Team scheut während der Euro nur noch Vorrundengegner Polen den Kontakt zu den Fans, während alle weiteren 14 Teilnehmer öffentliche Auftritte geplant haben. Bereits am kommenden Sonntag (1. Juni) treffen Vize-Europameister Portugal und die Türkei als erste EM-Starter in ihrem Stammquartieren ein.

DFB-Teammanager Oliver Bierhoff, der 2003 den mittlerweile weit über 50 000 Mann starken "Fan Club deutsche Nationalmannschaft" mit aus der Taufe gehoben hat, begründet die Abschottung der deutschen Profis mit der verkürzten Vorbereitungszeit im Gegensatz zu vor zwei Jahren und den logistischen Problemen, die öffentliche Einheiten der DFB-Auswahl mit sich bringen würden: "Bei uns kämen nicht nur ein paar Hundert Fans, sondern viele Tausende. Da müssten wir einen hohen Sicherheitsaufwand betreiben, zudem wäre vor so vielen Leuten eine konzentrierte Arbeit nicht möglich."

Bierhoff zählte selbst zu jener Mannschaft, die vor der EM 2000 genauso wie dieses Jahr zur Vorbereitung auf Mallorca weilte, wo sie in einem Trainingsspiel gegen eine Jugendauswahl von Real Mallorca von einigen Tausend deutschen Urlaubern frenetisch gefeiert wurde.

Diesmal verloren sich nur wenige Fans vor dem Stadiontor, um wenigstens einen Blick auf den Mannschaftsbus zu erhaschen. Mit Autogrammkarten, die von DFB-Offiziellen ausgelegt wurden, musste sich der treue Anhang begnügen. Im Sportzentrum Tenero, dem EM-Trainingsquartier des dreimaligen Europmameisters im Tessin, gilt dasselbe Prinzip. Vom Slogan "Wir brauchen Euch! Ihr seid der 12. Mann!" ist dabei wenig zu spüren.

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