Kaum Hoffnung auf steigende Kurse
Dax-Ausblick: Kein Ende des Grauens in Sicht

Die kommende Börsenwoche wird von Analysten mit großer Skepsis erwartet. Nach dem Kursdesaster der abgelaufenen Woche sehen viele Experten noch kein klares Signal für eine Trendwende.

ddp/rtr BERLIN. Die Fusion der Computerriesen Hewlett-Packard und Compaq, die Bekräftigungen der Umsatz- und Gewinnprognosen von Microsoft sowie SAP wurden an der Börse kaum beachtet, bemerken die Strategen einstimmig. Stattdessen befanden sich die Börsenindizes im freien Fall. Der Deutsche Aktienindex Dax durchbrach die psychologisch wichtige Unterstützungsmarke von 5 000 Punkten und fiel auf ein neues Jahrestief. Dasselbe Schicksal erlitt der Nemax 50 des Neuen Marktes, der fast täglich ein neues Allzeittief markierte.

Das Stuttgarter Bankhaus Ellwanger & Geiger bezeichnet die gesamtwirtschaftliche Situation für den Euroraum und die USA nach wie vor als schlecht. Für die kommenden fünf Monate erwarten die Analysten auch keine Verbesserung. "Allein Zinssenkung und eine Reduzierung der Inflationsrate reichen schlussendlich nicht mehr aus, um eine Konjunkturbelebung zu erzeugen", heißt es seitens des Bankhauses. Beim Dax sei in der kommenden Woche ein Rückschlag bis 4 500 Punkte möglich. Dem Anleger empfehlen die Experten, vorerst abzuwarten und die Entwicklung am Gesamtmarkt zu beobachten.

Die Analysten der href="http://www.Commerzbank.de" target="_blank"> Commerzbank sprechen vom Phänomen der "psychologischen Börse". Der Markt ignoriere positive Daten immer dann, wenn der Wendepunkt einer Hausse oder Baisse erreicht sei. In solchen Phasen sei es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren, betont die Großbank. Die letzten Konjunkturdaten aus den USA, etwa der Einkaufsmanagerindex oder das Verbrauchervertrauen, zeigten eine leichte Aufwärtstendenz. Diese Stabilisierung werde sich in den nächsten Wochen fortsetzen, prognostizieren die Analysten.

Ende der Hiobsbotschaften erwartet

Auch für die Strategen der Bankgesellschaft Berlin ist die derzeitige Stimmung an den Börsen schlechter als die tatsächliche Lage. Bei den Unternehmen zeichnen sich ein baldiges Ende der Hiobsbotschaften über die Umsatz- und Ertragsentwicklung möglicherweise bereits ab, und auch das geldpolitische Umfeld habe sich gebessert, heißt es im Wochenausblick.

Bei dem derzeitigen Wechselbad der Gefühle zwischen Bangen und Hoffen könnten die Aktienkurse in der kommenden Woche jedoch nochmals stark fallen, betont die Bankgesellschaft. Andererseits sei auch der Beginn einer Stabilisierung möglich. Grundsätzlich dürfte sich der deutsche Aktienmarkt nach Ansicht der Analysten wieder sehr stark am Weltleitindex Dow Jones orientieren. Die in Frankfurt beginnende internationale Automesse IAA könnte die Autowerte weiterhin positiv beeinflussen, heißt es.

Viel eindeutiger ist dagegen die Wochenprognose der DG-Bank. Obwohl der Markt derzeit technisch angeschlagen erscheint, fallen die Perspektiven für die kommende Börsenwoche aus markttechnischer Sicht günstig aus, schreiben die technischen Analysten. Der Ausverkauf der vergangenen Woche könnte die erhoffte Marktbereinigung eingeleitet haben.

Neuer Markt weiter unter Druck erwartet

Nach Analystenansicht wird auch der Neue Markt in der kommenden Woche weiter unter Druck stehen. Noch rund drei Wochen rechnen die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt mit weiter nachgebenden Kursen im Sog einer vermutlich leichteren US-Technologiebörse Nasdaq. "Der Sell-Off könnte daher weitergehen", hieß es in einer Wochenvorschau des Bankhauses. Eine deutliche Erholung sei erst im Oktober zu erwarten, sagten Analysten der fusionierenden DG Bank und GZ Bank.

Allerdings seien in den kommenden Wochen kleinere technische Erholungen immer wieder möglich. Klaus Tafferner, technischer Analyst bei Concord Effekten , hält einen Rückfall der Nasdaq auf das bisherige Jahrestief von 1 619 Punkten für "zusehends wahrscheinlich". Hintergrund sei der Durchbruch unter die wichtige Unterstützungsmarke von 1 766 Zählern.

Während die Nemax50-Unternehmen des Neuen Marktes in der kommenden Woche voraussichtlich keine Unternehmenszahlen vorlegen, werden zahlreiche Technologiefirmen in den USA einen Ausblick auf das laufende Quartal liefern. Von Interesse könnte darüber hinaus die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am nächsten Donnerstag sein. Allerdings rechnet die überwiegende Mehrheit der Analysten nicht mit einem weiteren Zinsschritt der EZB.

Hier die Gewinnschätzungen der DG Bank:


DG Bank

Unternehmen

Gewinn-schätzung 2001

Gewinn-schätzung 2002

Gewinn-schätzung 2003

Anlageurteil

Adidas

-Salomon
4,635,356,18halten
Allianz10,8816,618,5halten

BASF

1,383,063,74halten
Bay.Hypo-Vereinsbk.2,112,93,88halten

Bayer

1,282,062,6verkaufen

BMW

2,32,62,85halten

Commerzbank

1,11,752,2halten

DaimlerChrysler

0,853,595,3halten
Degussa1,51,611,88kaufen

Deutsche Bank

5,626,468,66kaufen
Deutsche Post1,41,41,45halten
Deutsche Telekom-0,360,010,37verkaufen

E.ON

2,753,43,7kaufen

Epcos

2,251,742,74verkaufen

FMC

2,773,263,71halten

Henkel

Vz.
3,393,864,36halten

Infineon

Technologies
-0,640,211,07halten

Linde

2,83,13,5halten

Lufthansa

1,11,351,55verkaufen

MAN

1,581,882,48verkaufen

Metro

1,221,341,47halten

MLP

Vz.
1,051,341,74halten
Münchener Rück912,213halten
Preussag2,072,322,38verkaufen

RWE

2,252,42,8kaufen

SAP

2,774,114,8kaufen

Schering

2,022,512,83kaufen

Siemens

0,182,023,51halten
Thyssen Krupp1,20,851,2halten

VW

5,526,056,58halten
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