Kaum jemand sieht sich aber selbst als „Preistreiber“
Top-Manager beklagen Preiserhöhungen

Ebenso wie die meisten Bürger registrieren auch die Führungskräfte der deutschen Wirtschaft Teuerungen durch die Einführung des Euro-Bargelds. 44 Prozent der Manager meinen, dass es "auf breiter Front" zu höheren Preisen gekommen sei.

DÜSSELDORF. Weitere 40 Prozent stellen bislang "vereinzelt" Preisanstiege fest. Das ergibt eine repräsentative Befragung des Psephos-Instituts für Wahlforschung und Sozialwissenschaft im Auftrag des Handelsblatts.

Lediglich jeder Sechste hatte bei der Befragung Mitte Januar den Eindruck, dass die Preise (fast) überhaupt nicht gestiegen sind. Den Eindruck massiver Preiserhöhungen teilen vor allem Manager aus dem Norden und Osten sowie aus den Branchen Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung.

Von jenen insgesamt 84 Prozent der Manager, die im Zuge der Bargeldeinführung einen Preisanstieg konstatiert haben, meint der größte Teil (52 Prozent), diese Verteuerungen seien kein kurzfristiger "Versuchsballon", sondern vollständig beibehalten worden. Weitere 25 Prozent glauben, Preiserhöhungen seien allenfalls nur zum Teil vom Markt zurückgenommen worden. Kaum jemand (3 Prozent) hat eine Korrektur nach unten beobachtet.

Als "Preistreiber" möchte aber kaum ein Unternehmen erscheinen. Während - wie erwähnt - 84 Prozent der Manager Teuerungen registriert haben, geben auf der anderen Seite 85 Prozent der Führungskräfte an, ihr Unternehmen habe die Preise "überhaupt nicht" angezogen. Nur 1 Prozent berichten, dies sei in "größerem Umfang" geschehen, und 13 Prozent "in geringerem Maße". Am ehesten geben Firmen aus den Bereichen Handel, Verkehr und Dienstleistung Preisaufschläge zu.

Unverändert herrscht bei den Managern zum Jahresbeginn der Euro-Pessimismus. Auch nach der reibungslosen Einführung des Bargelds glauben die Führungskräfte nicht, dass die Gemeinschaftswährung in nächster Zukunft gegenüber dem US-Dollar an Stärke gewinnen wird. Vielmehr meint die große Mehrheit von 80 Prozent (plus zwei gegenüber Dezember), der Euro werde im Laufe des kommenden halben Jahres wie gehabt weniger als einen Dollar wert sein. Nur noch 17 Prozent (-3) halten es in diesem Zeitraum für möglich, dass die Einheitswährung die Dollarparität erreicht. Zu berücksichtigen ist, dass der Eurokurs während der Januar-Befragung ein knappes Cent niedriger notierte als während der Dezember-Erhebung.

Auffällig ist, dass vor allem das Alter der Top-Manager die Erwartungen bestimmt. Während die Älteren ab 60 Jahren zu 91 Prozent den Euro auch künftig unterhalb der Dollarparität sehen, sind es bei den unter 40-Jährigen lediglich 74 Prozent.

Geteilter Meinung sind die Top-Manager darüber, welcher Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) künftig der richtige ist. 49 Prozent plädieren dafür, die Leitzinsen im Euro-Raum (weiter) zu senken. Exakt genauso viele sind aber der Ansicht, die EZB solle zunächst keine Schritte unternehmen und den Zinssatz bei 3,25 Prozent lassen. Noch in der zweiten Hälfte des Vorjahres war fast durchweg eine Zwei-Drittel-Mehrheit für Zinssenkungen eingetreten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%