Kaum kartellrechtlichen Bedenken befürchtet
US Steel und Bethlehem Steel wollen fusionieren

Der größte und der drittgrößte US-Stahlkonzern, die US Steel und die Bethlehem Steel, verhandeln nach Informationen des "Wall Street Journals" über einen Zusammenschluss. Mehrere andere US-Stahlunternehmen seien bei den Verhandlungen über einen Zusammenschluss schwer angeschlagener Unternehmen zu einem Stahlkonzern mit bis zu 30 Mill. Tonnen Kapazität pro Jahr ebenfalls dabei, berichtet das Blatt am Mittwoch.

dpa-afx BETHLEHEM. Bethlehem-Konzernchef Robert S. Miller bestätigte, dass sich sein Unternehmen neben anderen Stahlkonzernen in Verhandlungen mit der US Steel befinde. Die Wheeling-Pittsburgh Steel und die Weirton Steel gelten als mögliche Teilnehmer. Bethlehem befindet sich in einem Konkursverfahren. Auch US Steel hatte von Verhandlungen mit anderen Stahlunternehmen berichtet. Der Plan wird von der US- Stahlarbeitergewerkschaft voll unterstützt.

Kleine Anbieter aussen vor

An der Konsolidierung sollen nur die älteren integrierten Stahlkonzerne teilnehmen, die von Rohstahl bis zu Stahlprodukten alles anbieten. Die jüngeren und geschäftlich besser dastehenden "Mini-Mills" wurden nicht zur Teilnahme eingeladen. Sie verfügen über moderne regionale Stahlwerke, in denen sie nur Stahlprodukte produzieren.

Die Stahlkonzerne haben bereits mit der US-Regierung und Politikern über die Übernahme von Kosten für Krankenversicherung und Betriebspension für die im Ruhestand befindlichen Stahlarbeiter verhandelt. Die Unternehmen schreiben wegen dieser Kosten fast alle tiefrote Zahlen. Die Stahlkonzerne beschäftigen rund 142 000 Arbeiter. Ihnen stehen 600 000 Rentner aus der Stahlbranche gegenüber.

Klage über Einfuhren

Die Konzerne verlangen von Washington scharfe Einfuhrbeschränkungen. "Überhöhte Stahleinfuhren haben die Stahlbranche geschädigt und haben 25 Stahlfirmen zum Konkursrichter getrieben", erklärte Miller.

Die US-Stahlindustrie und die Regierung drängen auch auf eine weltweite Kapazitätsbeschränkung der Stahlindustrie. Global werden jährlich 850 Mill. Tonnen Stahl produziert, davon etwa zwölf Prozent in den USA. Die Nachfrage liegt bei 700 Mill. Tonnen pro Jahr. Die US-Behörde International Trade Commission hatte festgestellt, dass US-Stahlunternehmen durch Einfuhren geschädigt werden. Sie wird am Freitag darüber entscheiden, ob hohe Strafzölle verhängt werden.

Keine Kartellbedenken

Der Konsolidierungsplan dürfte in den USA wegen der desolaten Lage und der starken Zersplitterung der US-Stahlindustrie mit relativ kleinen Herstellern kaum kartellrechtliche Bedenken aufkommen lassen. Die EU und die anderen Stahlhersteller aus aller Welt dürften sich aber wegen der angestrebten US-Staatshilfen und Einfuhrbeschränkungen dagegen stark machen.

US-Stahlfachleute verweisen auf die geplante Fusion der europäischen Stahlkonzerne Usinor (Frankreich), Arbed (Luxemburg) und Aceralia (Spanien) zu einem Konzern mit 50 Millionen Tonnen Jahreskapazität. Dabei flössen auch Staatshilfen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%