Kaum Klagen von den Teilnehmern: Sicherheitsmaschine läuft wie geschmiert

Kaum Klagen von den Teilnehmern
Sicherheitsmaschine läuft wie geschmiert

Gold gibt es für die US-Sicherheitsbehörden nicht, aber viel Lob nach den ersten Tagen der Olympischen Winterspiele.

dpa SALT LAKE CITY. Auch wenn sich die Offiziellen wohlweislich vor Überschwang hüten, klingt doch die Erleichterung immer wieder durch: Die über 300 Mill. $ teure Sicherheitsmaschine in Salt Lake City läuft nach anfänglichen Problemen offenbar wie geschmiert.

Und das, ohne den Ablauf der Spiele und die Jubel-Trubel-Stimmung auf den Straßen wesentlich zu beeinträchtigen. Nur relativ wenige Klagen wurden bisher laut. Darunter die einer russischen Athletin: Ihr riss der Geduldsfaden, als man sie an einem Kontrollpunkt aufforderte, einen Schluck aus ihrer Wasserflasche zu trinken - um sicher zu stellen, dass es sich auch tatsächlich um harmloses Nass handelt. "Es ist das beste Zeichen dafür, dass die Sicherheit funktioniert, wenn sich sogar die Russen beschweren", bemerkte dazu ein Zeitungskolumnist süffisant.

"So weit sieht es prima aus", freut sich Robert Flowers, Chef von Utahs olympischem Sicherheitskommando. "Wir sind äußerst froh, aber natürlich liegt noch eine lange Strecke vor uns." Ähnlich formuliert es auch Mitt Romney, Präsident des Organisationskomitees für die Spiele (SLOC). "Es gibt noch einiges zu verbessern, aber insgesamt können wir bisher wirklich mehr als zufrieden sein."

Zum Teil massive Verkehrsprobleme auf den Wegen zu den Wettkampfstätten, die nichts mit Sicherheitsproblemen zu tun haben, und Warteschlangen an den Eingängen durch die scharfen Kontrollen waren bis jetzt die einzigen größeren Steine des Anstoßes. Und auch das nur bei wenigen. Die überwältigende Mehrheit, so das Ergebnis von Befragungen, hält die Sicherheitsvorkehrungen für notwendig und findet sich damit ab. Das SLOC arbeitet daran, Schwachpunkte zu beseitigen, ohne den Schutzpanzer um die Spiele zu durchlöchern. So werden Wartezeiten an den Kontrollpunkten zum Teil auf Übereifer und Unsicherheit der Helfer zurückgeführt, die nicht so recht einschätzen können, ob sie Kugelschreiber und Lippenstift aufschrauben müssen.

Aber eines ist klar: So weit wie bei den Spielen in Sydney, als Staus an Metalldetektoren durch vorübergehendes Abschalten gelöst wurden, wird es hier nie kommen. Es ist und bleibt die am schärfsten bewachte Veranstaltung in der Sportgeschichte mit 10 000 Sicherheitskräften auf dem Boden und in der Luft und weiteren 5000 in den Hauptquartieren. Das heißt, auf jeden Athleten kommen fünf Polizisten, Soldaten, Nationalgardisten oder auch Feuerwehrleute, auf jeden Journalisten zwei.

Uniformierte sind überall, "und sei es stehend auf einem Skeleton- Schlitten", wie es in einer Zeitung hieß, die auch - freilich augenzwinkernd - die Vermutung äußerte, Polizisten in Zivil könnten sich in den berühmten Mormon-Tabernacle-Chor gemischt haben. Denn klang er neulich bei der Eröffnungsfeier nicht ein wenig anders?

Dass trotz massiver Präsenz der Uniformierten kaum jemand murrt und in Salt Lake City nicht ein beängstigendes Gefühl polizeistaatlicher Übermacht entsteht, hat viel mit dem Verhalten der Sicherheitskräfte zu tun. Sie sind höflich, lassen sich ansprechen und zeigen fast immer eine freundliche Miene. Hat man Metalldetektoren passiert und ist die Tasche durchsucht, bedanken sie sich mit einem "Have a nice day".

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