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Kaum Nachkäufe in der Bundesliga

In der „Nachspielzeit“ haben die Fußball-Bundesligisten kaum noch Volltreffer auf dem Transfermarkt gelandet.

dpa DÜSSELDORF. In der "Nachspielzeit" haben die Fußball-Bundesligisten kaum noch Volltreffer auf dem Transfermarkt gelandet.

Nachdem die 18 Eliteclubs ihre Ausgaben für neue Akteure in diesem Sommer wieder auf gut 65 Mill. ? gesteigert hatten, waren bis zum Ende der Wechselfrist nur noch wenige Vereine aktiv. Lediglich fünf Erstligisten gingen seit oder kurz vor Beginn der Saison nochmal auf Schnäppchenjagd. Dabei sahen sich vor allem Clubs aus dem unteren Drittel der Liga zu kleinen Nachbesserungen gezwungen.

Leicht hektische Betriebsamkeit herrschte bis zuletzt nur beim Bundesliga-"Dinosaurier" Hamburger SV. Nach dem plötzlichen Abschied von Abwehrchef Tomas Ujfalusi, der sich wenige Tage vor dem Auftakt der Saison für 7,5 Mill. ? Ablöse zum AC Florenz absetzte, mussten die Hanseaten reagieren. Doch statt, wie von Trainer Klaus Toppmöller gefordert, schnell einen adäquaten Ersatz für den Tschechen zu holen, verpflichtete die Clubführung für 200 000 ? Leihgebühr den 26 Jahre alten Portugiesen Almani Moreira von Standard Lüttich. Einen Spieler, den Toppmöller laut eigener Aussage "gar nicht kennt" und demzufolge auch gar nicht haben wollte.

Der Coach favorisierte für die zentrale Mittelfeldposition den Ex- Frankfurter Ervin Skela, der stattdessen kurz vor dem Saisonauftakt (ablösefrei) beim Aufsteiger Arminia Bielefeld anheuerte. Immerhin bekam "Toppi", dessen Team einen glatten Fehlstart in Bundesliga und Pokal hingelegt hatte, Anfang dieser Woche doch noch einen Wunsch erfüllt und freute sich über die Verpflichtung des niederländischen Abwehrtalents Khaled Boulahrouz (RKC Waalwijk). Für den 22-Jährigen muss der HSV angeblich rund 1,5 Mill. ? hinblättern.

Neben Bielefeld und Hamburg waren seit Saisonstart nur noch der VfB Stuttgart, der Jungprofi Tobias Rathgeb an den Kooperations- Partner St. Gallen auslieh, sowie der 1. FC Nürnberg, Borussia Mönchengladbach und Hansa Rostock aktiv. Gerade der von den Borussen geholte tschechische Nationalspieler Marek Heinz und Hansas "Martin- Max-Ersatz" Marcus Allbäck könnten sich als Volltreffer erweisen und mithelfen, einen Abstieg des Clubs zu verhindern. EM-Teilnehmer Heinz, der Banik Ostrau mit 19 Toren in der Vorsaison zum tschechischen Meistertitel schoss, unternimmt nach enttäuschenden Stationen in Hamburg und Bielefeld bereits den dritten Anlauf in der Bundesliga und will es diesmal packen. "Marek wird uns weiterhelfen", sagte Gladbachs Sportdirektor Christian Hochstätter, der überzeugt ist, die rund zwei Mill. ? für den Tschechen optimal investiert zu haben.

Vor allem Tore und mehr Spielkultur versprechen sich auch die Rostocker vom Schweden Allbäck. Der 31-Jährige, der zuletzt bei Aston Villa keine Chance mehr hatte, erzielte in 43 Länderspielen 20 Treffer und bekam einen Vertrag bis 2006. "Wir haben einen sehr guten Stürmer verpflichtet", sagte Trainer Juri Schlünz. Auch Nürnbergs Coach Wolfgang Wolf bekam in letzter Minute noch seinen Wuschkandidaten fürs defensive Mittelfeld. Am Dienstag stellte der "Club" den 23-maligen Schweizer Nationalspieler Mario Cantaluppi vom FC Basel vor, der knapp unter einer Million Euro gekostet haben soll.

"Schnellschüsse bringen nichts. Wir haben aber auch kein Geld", klagte der Vorstandsvorsitzende des 1. FC Kaiserslautern, René C. Jäggi. Trotz dreier Niederlagen muss das Schlusslicht der Liga auf Nachbesserungen verzichten. Wie auch andere Clubs, die wollten, aber nicht konnten. So blieben die intensiven Bemühungen von Borussia Dortmund um Mark van Bommel erfolglos, weil der PSV Eindhoven das finanzielle Angebot für den niederländischen Nationalspieler - angeblich rund vier Mill. ? - nicht akzeptierte.

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