Kaum noch Aufträge
Werften auf dem Trockenen

Der Schiffbau in Deutschland steht klagt über eine schwere Krise. Im vergangenen Jahr gingen nur Aufträge über 17 Schiffe im Wert von 496 Millionen Euro bei deutschen Werften ein.

dpa HAMBURG. Noch im Jahr zuvor, das allerdings ein Ausnahmejahr war, orderten die Reeder 158 Schiffe im Wert von 5,6 Milliarden Euro, teilte der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) mit.

Der Auftragsbestand zum Jahresende verringerte sich von 10,6 auf 7,8 Milliarden Euro. Bei einer jährlichen Produktion von rund drei Milliarden Euro reicht der Auftragsbestand rein rechnerisch noch für die Jahre 2002 und 2003. "Das bedeutet aber nicht Vollbeschäftigung bis dahin", warnt der VSM. "Vielmehr läuft in den vorgelagerten Gewerken bereits im Jahr 2002 die Beschäftigung aus. Ohne entsprechende Anschlussaufträge wird sich dies im Jahr 2003 verstärken."

Entscheidend wird nach Einschätzung des Verbandes sein, ob sich die EU für eine Klage gegen Korea vor der Welthandelsorganisation WTO und für neue Schiffbau- Subventionen entscheidet. Die EU hatte diesen Schritt mehrfach angekündigt, weil mehrere Untersuchungen Belege für das Preisdumping der Koreaner ergeben hatten, die ihre Schiffe um rund 20 Prozent unter den Kosten anbieten. Letztlich waren die europäischen Gremien aber immer wieder zurückgezuckt, weil nicht alle EU-Länder einen Handelskrieg mit Asien vom Zaum brechen wollen.

Große Bedeutung hat das Votum Frankreichs, das neben Containerschiffen, Chemikalien- und Produktentankern auch Gastanker subventioniert sehen will. Der EU-Ministerrat beschäftigt sich Anfang Juni wieder mit dieser Frage.

Ihre stärkste Position haben die deutschen Werften bei Fähren und Passagierschiffen, die rund die Hälfte der Produktion ausmachen.

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