Kaum Riester-Verträge verkauft
AXA spürt Erfolge des Konzernumbaus

Die Versicherungsgruppe AXA sieht sich mit ihrer Neuausrichtung auf gutem Weg. Dank der Sanierung des Geschäfts und zusätzlicher Einsparungen soll das Konzernergebnis in diesem Jahr wieder steigen.

vwd KÖLN. Als Folge hoher Schadenbelastung und der schlechten Kapitalmarktentwicklung war das Ergebnis vor Steuern 2001 auf 247 (303) Mill. ? gesunken. Bei den Beiträgen erwartet Vorstandsvorsitzender Michael Dill für 2002 auf vergleichbarer Basis nur ein Wachstum von bis zu einem Prozent.

Ergebnis nach Sparten

In der Industriesparte gebe es wieder Anzeichen für eine Besserung, dennoch würden die Prämien für 2003 weiter verteuert. Im Zuge des von der französischen Konzernmutter vorgegebenen Sparkurses wird auch in Köln der Rotstift angesetzt. Die Kosten sollen 2002 auf 802 (850) Mill. ? sinken. "Projekte, die nicht innerhalb von drei Jahren einen positiven Ergebnisbeitrag liefern, haben wir gestrichen," sagte Dill.

In der Sachsparte soll der versicherungstechnische Bruttoverlust von 611 Mill. ? 2001 in einen kleinen dreistelligen Millionengewinn gedreht werden. Im ersten Quartal 2002 sei die Versicherungstechnik nach deutscher Rechnungslegung positiv gewesen. Saniert wird vor allem im Industrie- und Firmenkundengeschäft.

Das Geschäft der industriellen Großkunden mit rund 140 Mill. ? Beiträgen wurde in die eigenständige AXA Corporate Solutions eingebracht. Insgesamt habe man 6 170 Industrieverträge mit einem Volumen von 78,2 Mill. ? saniert. Dabei hatte man die Industrieprämien für 2002 im Schnitt zwischen zehn und 20 Prozent verteuert. "Wir werden aber noch einmal deutlich nachsanieren," sagte Dill. Wegen des ausgegliederten Großkundengeschäftes schrumpfte das Beitragsvolumen im ersten Quartal auf 2,26 (2,32) Mrd. ?.

Altersvorsorge

Rund 20 000 Riester-Rentenverträge hat der Konzern bisher verkauft. Man werde das Individualgeschäft nicht forcieren, so Dill. Schließlich beobachte man bei den Kunden einen wachsenden Verkaufswiderstand und im Markt die Tendenz zu höherem Storno. Ursprünglich wollte man 2002 rund 85 000 Riester-Verträge verkaufen. Dieser Plan werde wegen der geringen Ertragsbarwerte und dem hohen Werbeaufwand nicht mehr verfolgt.

In der betrieblichen Altersvorsorge will man einen Marktanteil von 3,8 Prozent, wie in der eigenen Lebensparte, erreichen. Die hierzu notwendigen Durchführungswege, Pensionskasse und Pensionsfonds, seien vom Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen aber noch nicht genehmigt, klagte Dill. Nur rund 1 500 Riester-Verträge wurden über die zu Jahresbeginn eingegangene Kooperation mit dem Kaffeeröster Tchibo akquiriert. Dill bezeichnete diese Zusammenarbeit als Test. "Es müssen noch eine Reihe kleiner Schräubchen gedreht werden, um die richtige Konstellation zu finden," meinte Dill. Gegenwärtig wird an den Kaffeetheken auch eine Ausbildungsversicherung angeboten, weitere Produkte sollen folgen.

Blick in die Bilanz

Die Bewertungsreserven sind 2001 auf 3,2 (5,4) Mrd. ? geschmolzen, was den Angaben zufolge 9,4 (16,4) Prozent der Kapitalanlagen entspricht. Im Rahmen der Anwendung des neuen Paragrafen 341 b wurden über das gemilderte Niederstwertprinzip 372 Mill. ? Abschreibungen auf Wertpapiere vermieden. Da hiervon allein 317 Mill. ? auf die Lebenssparte entfielen, sei die Bewertungsmethode ohne Effekt auf das Ergebnis geblieben. Das auf 640 (1.055) Mill. ? geschrumpfte Eigenkapital soll nicht wieder aufgefüllt, sondern tendenziell gesenkt werden.

Die Solvabilitätsanforderungen würden in etwa doppelt erfüllt, und das "AA"-Rating lasse sich auch so halten, sagte Dill. Dabei schaut er auf die Eigenkapitalrendite, die 2001 auf 7,1 (19,8) Prozent rutschte. Zielmarke sind hier 16 bis 17 Prozent wie in früheren Jahren.

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