Kaum Umsätze - Kurseinbruch bei Brain International
Wachstumswerte bei geringen Umsätzen schwächer

Der Neue Markt konnte nicht von der Technologie-Rally vom Vortag in Amerika profitieren und präsentiert sich schwächer.

Reuters FRANKFURT. Derzeit koppelten sich die deutschen Wachstumswerte von der Entwicklung an der US-Technologiebörse Nasdaq ab, sagte ein Händler. "Die Konsolidierung ist offenbar immer noch nicht ganz ausgestanden." Hinzu komme, dass wegen eines Feiertages in Teilen Deutschlands kaum Umsätze am Markt zu verzeichnen seien und der Handel sehr ruhig verlaufe, sagte er.

Der alle Werte des Segments umfassenden Nemax-All-Share-Index lag am frühen Nachmittag 1,24 % im Minus bei 4286 Zählern. Der Nemax-50 der wichtigsten Werte des Segments gab 1,4 % auf 4623 Zähler ab. Angesichts eines negativen Nasdaq-Futures von 44 Punkten, der damit auf eine schwächere Eröffnung der US-Technologiebörse schließen lässt, erwarten Händler für den weiteren Handelsverlauf keine Trendumkehr bei den deutschen Wachstumswerten.

Einen stark volatilen Kursverlauf verzeichneten die Titel des Index-Schwergewicht Intershop. Nachdem der Softwarehersteller am Dienstag kurz vor Handelsschluss seine Quartalszahlen präsentiert hatte, brachen die Aktien zeitweise über 20 % ein. Am Mittwoch konnte der Abwärtstrend zunächst gestoppt werden und die Titel legten phasenweise über fünf Prozent an Wert zu. Am Nachmittag notierten Intershop bei 50,80 Euro, ein Verlust von 2,3 %. Finanzvorstand Wilfried Beeck kündigte am Dienstagabend an, nach einem voraussichtlichen Verlust im Gesamtjahr 2000 im ersten Halbjahr 2001 in die Gewinnzone zurückkehren zu wollen. Analysten halten diese Ziel für realistisch und bewerten die Aktie trotz des höher als erwartet ausgefallenen Verlusts im dritten Quartal weiterhin positiv.

Unter den schwächer als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen von Intershop litten nach Händlerangaben auch die Titel des Konkurrenten Openshop Holding AG . Die Aktien fielen am Morgen auf ein neues Jahrestief von 17,40 Euro, ehe sie sich am Nachmittag auf 18,35 Euro (minus 8,2 %) leicht erholten.

Die kräftigsten Kursverluste von zeitweise über 44 % verzeichneten nach einer Verlustmeldung die Aktien der Brain International AG. Der Anbieter von Softwarelösungen hatte am Dienstag nach Börsenschluss für die ersten neun Monate 2000 bei stagnierenden Umsätzen einen höheren Verlust als geplant ausgewiesen. Die Titel rutschten auf einen neun Jahrestiefststand bei 4,6 Euro ab, ehe sie sich auf 5,25 Euro (minus 36 %) erholten.

Ebenfalls leichter präsentierten sich die Aktien von Lycos Europe (minus 0,50 % auf 10,05 Euro), die nach eigenen Angaben vor der Übernahmen der französischen Internet-Firma Multimania für 222 Mill. Euro stehen.

Gegen den Trend stiegen United Internet um 19,6 % auf 8,95 Euro, nachdem die Aktien in der Spitze sogar um über 30 % auf 9,40 Euro zulegten. Der Titel profitiere von einem Magazinbericht, demzufolge die Beteiligungsgesellschaft in die Telekom-Tochter T-Online eingebracht werden soll, sagten Händler. Ebenfalls deutliche Kursgewinne von acht Prozent auf 18,25 Euro verzeichnete die Tomorrow Internet AG . Der Internet-Dienstleister hat den Angaben zufolge in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres einen niedrigeren Verlust als vom Unternehmen erwartet ausgewiesen.



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