Kehrtwende beim Aktienkurs
Vivendi will Anteil an Internet-Portal verkaufen

Im Zuge seiner Restrukturierung will der hochverschuldete Medienkonzern Vivendi Universal einem Zeitungsbericht zufolge seinen 50-Prozent-Anteil an dem internationalen Internet-Portal "Vizzavi" verkaufen.

Reuters PARIS. Vivendi und sein Partner, der größte europäische Mobilfunkbetreiber Vodafone, befänden sich bereits in Verhandlungen, berichtete das "Wall Street Journal Europe" am Montag unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen. Mit dem Verkauf sollten bis zu 150 Millionen Euro erzielt werden. Vivendi und Vodafone hatten früheren Angaben zufolge insgesamt über eine Milliarde Euro in "Vizzavi" investiert.

Der Vivendi-Aktienkurs vollzog am Montag nach den Verlusten der vergangenen Woche in einem fester tendierenden Marktumfeld eine Kehrtwende und stieg um rund acht Prozent auf 10,05 Euro. Im laufenden Jahr hatten die Aktien bereits mehr als 80 Prozent ihres Wertes eingebüßt.

Vivendi-Brief an Angestellte und Aktionäre

Am Sonntag erklärte Vivendi-Chef Jean-Rene Fourtou, er sei zuversichtlich, das französisch-amerikanische Unternehmen aus seiner derzeitigen Krise führen zu können. Er gehe davon aus, dass der Konzern bis Ende September eine Banken-Finanzierung von rund zwei Milliarden Euro erhalten werde, hieß es in einem an die Angestellten und Aktionäre gerichteten Brief.

"Ich möchte Ihnen versichern, (...) die Lage der Unternehmensgruppe ist gewiss angespannt, aber ich habe die Methoden gefunden, wie wir aus dieser Krise herauskommen und den Weg zur Erholung finden", teilte Fourtou in dem Brief mit, der auch an die Medien geschickt wurde. Mögliche Optionen ließ er aber offen.

Restrukturierungsplan veröffentlicht

Mit Blick auf den in der vergangenen Woche veröffentlichten Restrukturierungsplan, der den Erlös von zehn Milliarden Euro durch den Verkauf von Vermögenswerten vorsieht, schrieb Fourtou, die Anteile an Vivendi Environnement, Cegetel, Universal Music Group, Vivendi Universal Entertainment (VUE) oder die Verlagsaktivitäten außerhalb der USA stünden nicht zum Verkauf. "Vizzavi" ließ er dabei jedoch unerwähnt.

Bereits am Samstag berichtete die "Financial Times", der mit nunmehr 35 Milliarden Euro verschuldete Konzern erwäge einen Börsengang seiner US-Unterhaltungssparte. Vivendi bewerte den größten Teil der Sparte, die Universal Studios, mit 5,1 Milliarden Dollar, schrieb das Blatt unter Berufung auf eine mit der Firmenstrategie vertraute Person.

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