Kehrtwende von Thomas Gruber
BR-Indendant will Radio-Legende stoppen

Die Chancen des populären Fußballreporters Günther Koch auf eine gleichzeitige Politkarriere für die SPD im Münchner Landtag sind drastisch gesunken. Der Intendant des Bayerischen Rundfunks, Thomas Gruber, betonte am Donnerstag, er sehe eine grundsätzliche Unvereinbarkeit von Reportertätigkeit und politischem Mandat.

HB/dpa MÜNCHEN. Er könne Herrn Koch derzeit eine Fortsetzung seiner Tätigkeit als Hörfunkreporter nicht in Aussicht stellen, falls dieser 2003 zum SPD - Abgeordneten gewählt werde. Gruber strebt nun eine Grundsatzregelung für alle BR-Mitarbeiter an.

Vergangene Woche hatte Gruber noch erklärt, Kochs Tätigkeit als freier Mitarbeiter beim Bayerischen Rundfunk sei rechtlich möglich, sowohl als Kandidat als auch als gewählter Abgeordneter. Die CSU hatte scharf gegen die SPD-Landtagskandidatur des Radioreporters protestiert. SPD und einige Medien hatten das ebenso scharf zurückgewiesen. Hintergrund ist unter anderem, dass der ebenfalls bekannte BR-Fußballreporter Waldemar Hartmann im Frühjahr eine CSU - Wahlveranstaltung in München moderiert hatte, ohne dass die Christsozialen dies kritisiert hätten.

Staatskanzleichef Erwin Huber (CSU) begrüßte die Stellungnahme Grubers. Der Intendant sei für die Entscheidung zuständig, sie sollte jetzt auch von allen respektiert werden, sagte Huber der dpa. Der bayerische SPD-Landeschef Wolfgang Hoderlein drohte dagegen mit juristischen Schritten. Gruber habe noch in der vergangenen Woche ausdrücklich festgestellt, dass die Tätigkeit Kochs als Fußballreporter nach den geltenden Regularien rechtlich möglich sei.

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