Kein Abschied von der Aktie
Hanse-Merkur bekräftigt Anlagepolitik

Vor dem Hintergrund sinkender Leistungen in der Lebensversicherung hat sich die Hamburger Versicherungsgruppe Hanse-Merkur für die Geldanlage in Aktien ausgesprochen.

HB/dpa HAMBURG. "Wir werden weiterhin eine sachwertorientierte Anlagepolitik verfolgen und einen Teil des Kapitals in Aktien investieren", sagte Vorstandschef Fritz Horst Melsheimer am Montag in Hamburg. Im Durchschnitt der nächsten fünf Jahre erwarte die Hanse-Merkur eine doppelt so hohe Rendite aus Aktien- wie aus Rentenwerten.

Viele Versicherungskunden sind verunsichert, weil die meisten Lebensversicherungen ihre Überschussbeteiligungen und damit die erwarteten Ablaufleistungen gesenkt haben. Auch die Hanse-Merkur hat ihre Überschussbeteiligung von 7,0 auf 5,5 Prozent zurückgenommen und eine weitere Absenkung im nächsten Jahr in Aussicht gestellt. "Bei den langen Laufzeiten der Verträge von rund 30 Jahren wirkt es sich nur geringfügig aus, wenn die Überschussbeteiligung für drei Jahre geringer ausfällt", sagte Melsheimer. Niemand habe die ungewöhnliche Situation erwartet, dass die Aktienmärkte drei Jahre in Folge zurückgehen.

"Die wahren Risiken für die Kunden liegen nicht in der Höhe der Überschussbeteiligung", erklärte der Versicherungschef. Vielmehr gebe es Unternehmen, die unter dem Druck von Verbraucherverbänden und Medien mehr Geld als vertretbar an die Versicherten ausgeschüttet hätten. Diesen Unternehmen fehlten nun die nötigen Reserven. Dennoch gebe es keine Krise der Lebensversicherung. "Wir haben ja kein Liquiditätsproblem, sondern ein Bewertungsproblem durch die niedrigen Aktienkurse", sagte er. Dies werde sich mittelfristig ausgleichen.

Obgleich Aktien nach Melsheimers Einschätzung zur Zeit günstig zu kaufen sind, hält sich die Hanse-Merkur bei Investitionen in die Aktienmärkte noch zurück. "Wir denken zwar in Zeiträumen von 30 Jahren, aber wir müssen einmal im Jahr eine Bilanz vorlegen", sagte er. Daher seien weitere Risiken zur Zeit nicht tragbar. Die Hanse-Merkur hat knapp 20 Prozent der Versichertengelder in Aktien angelegt; erlaubt sind 30 Prozent.

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