Kein Anlass für Kritik
Iwanow verteidigt Nuklearkooperation mit Iran

Russland braucht sich nach Ansicht von Außenminister Igor Iwanow keine Vorwürfe machen zu lassen, dass es durch die Kooperation mit Teheran gegen die Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen verstoße.

HB/dpa MOSKAU. Russland sieht trotz einiger Besorgnisse keinen Anlass für Kritik an seiner nuklearen Zusammenarbeit mit Iran. Russland brauche sich keine Vorwürfe machen zu lassen, dass es durch die Kooperation mit Teheran gegen die Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen verstoße, sagte Außenminister Igor Iwanow am Mittwoch in Moskau. Auch das russische Atomministerium erklärte, es gebe keinen Grund, die Verträge mit Iran aufzukündigen.

Russland baut für Iran das Kernkraftwerk Buschir am Persischen Golf, das Ende des Jahres in Betrieb gehen soll. Außerdem wird Russland Kernbrennstäbe liefern und sie zur Wiederaufbereitung zurücknehmen. Die USA befürchten, dass Iran die russische Technologie zur Entwicklung eine eigenen Atombombe nutzen könne. Das Thema Iran wird auch beim Treffen der Präsidenten George W. Bush und Wladimir Putin am Sonntag in St. Petersburg auf der Tagesordnung stehen.

Am Dienstag hatte der russische Vizeaußenminister Georgi Mamedow noch erklärt, Russland sei besorgt "wegen ernsthafter ungeklärter Fragen bei der Nuklearforschung in Iran". Teheran sollte so schnell wie möglich ein Zusatzabkommen für verbesserte Kontrollen mit der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO unterzeichnen, sagte Mamedow dem iranischen Botschafter in Moskau, Gholamreza Shafei.

Mit dieser Kritik wolle sich Russland ein Entgegenkommen der USA bei den bedrohten Ölinteressen im Irak erkaufen, schrieb die Zeitung "Kommersant". Der Irak hatte am Montag Verträge mit dem russischen Konzern Lukoil über die Erschließung des Ölfeldes West-Kurna für ungültig erklärt. Lukoil sprach der Übergangsverwaltung im Irak das Recht auf Kündigung ab. Dies könne nur über das Internationale Schiedsgericht in Genf geschehen, sagte Lukoil-Sprecher Dmitri Dolgow der Agentur Itar-Tass. Bush und Putin wollen in St. Petersburg auch über das Thema Irak sprechen.

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