"Kein Anspruch auf beliebig hohe Monopolgewinne"
"Postkunden zahlen Milliarden zu viel"

Der Vorsitzende der Monopolkommission, der Mannheimer Ökonomie-Professor Martin Hellwig, hat eine weitere drastische Reduzierung der Portopreise angemahnt.

HB BERLIN. Die Postkunden zahlten vermutlich jährlich drei bis vier Milliarden Euro zu viel Porto, schreibt Hellwig in der "Berliner Zeitung" (Donnerstag). Statt einer Absenkung der Briefporti um insgesamt 4,7 Prozent, wie sie voraussichtlich die Regulierungsbehörde kommende Woche verfügen wird, hält Hellwig eine Reduzierung der Portogebühren um 47 bis 63 Prozent für angemessen.

Hellwig geht nach einer Analyse des Post-Geschäftsberichts davon aus, dass die Portopreise auch nach der Senkung um 4,7 Prozent "noch weit über den Kosten der effizienten Leistungsbereitstellung liegen". So weise die Post AG im Unternehmensbereich Brief für die vergangenen beiden Jahre "Betriebsergebnisse (Ebita) von jeweils zwei Milliarden Euro» aus. Bei Umsätzen von von mehr als elf Milliarden Euro entspreche das einer Umsatzrendite von etwa 17 Prozent - "mehr als dem vierfachen der durchschnittlichen Umsatzrendite in der sonstigen Wirtschaft".

Das Postgesetz garantiere der Post AG zwar ein Monopol für weit über die Hälfte der Briefbeförderung in Deutschland. "Es gibt der Post aber keinen Anspruch auf beliebig hohe Monopolgewinne", schreibt Hellwig. Vielmehr sollten sich die Preise laut Gesetz an den so genannten Kosten der effizienten Leistungsbereitstellung orientieren.

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