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Kein Artensterben - 48 000 Tierarten leben in Deutschland

Bonn (dpa) - In Deutschland gibt es nach einer amtlichen Bestandsaufnahme bei Tieren kein Artensterben in größerem Ausmaß. Im Vergleich zur letzten Schätzung 1984 ergab eine aktuelle Studie mit rund 48 000 Tierarten sogar etwa 4000 Arten mehr.

Bonn (dpa) - In Deutschland gibt es nach einer amtlichen Bestandsaufnahme bei Tieren kein Artensterben in größerem Ausmaß. Im Vergleich zur letzten Schätzung 1984 ergab eine aktuelle Studie mit rund 48 000 Tierarten sogar etwa 4000 Arten mehr.

Dies berichtete das Bundesamt für Naturschutz (BfN) am Donnerstag in Bonn. «Das weltweit beklagte Aussterben von Arten ist in Deutschland anhand unserer Untersuchung nicht festzustellen», erklärte BfN- Präsident Hartmut Vogtmann. Doch auch in Deutschland gingen die Bestände vieler Arten dramatisch zurück. Auf der anderen Seite gebe auch wieder positive Trends, wie etwa bei Schwarzstorch und Seehund.

Die größere Zahl an Tierarten ergab sich laut BfN auch dadurch, dass es bei der Erhebung eine größere Genauigkeit gab. Außerdem kamen neu beschriebene und eingewanderte Arten hinzu und bereits bekannte Arten wurden unter wissenschaftliche Gesichtspunkten weiter unterteilt.

Die mit Abstand artenreichste Gruppe in Deutschlands Fauna sind nach der Inventur mit mehr als 33 300 Arten die Insekten. Bei Wirbeltieren gibt es dagegen nur knapp über 700 Arten. Viele Arten mit geheimnisvollen Namen sind kaum bekannt, wie Bärtierchen, Kratzer und Kranzfühler.

Im Vergleich zu dem üppigen Artenreichtum etwa in tropischen Regionen zählt Deutschland laut BfN auf Grund seiner erdgeschichtlichen Entwicklung und der geographischen Lage zu den Gebieten mit einer geringeren Artenvielfalt. Beispielsweise leben nur 91 von weltweit 4500 beschriebenen Säugetierarten in Deutschland, in Indonesein seien es dagegen mehr als 500. Insgesamt beherbergt Deutschland nur etwa 3 Prozent der weltweit beschriebenen Tierarten.

Gleichwohl sei die einheimische Artenvielfalt einzigartig und insgesamt schützenswert, betonte Vogtmann. Mit der Studie könnten in Deutschland und der EU noch präziser als bisher Gefährdungsursachen analysiert und Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

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