Kein Aufwärtsdruck bei Inflation bemerkbar: Stärkster Anstieg der Erzeugerpreise seit 21 Jahren

Kein Aufwärtsdruck bei Inflation bemerkbar
Stärkster Anstieg der Erzeugerpreise seit 21 Jahren

Die Erzeugerpreise in Deutschland sind im Januar wegen teurerer Energie zum Vormonat so stark gestiegen wie seit 21 Jahren nicht mehr. Volkswirte sahen jedoch noch keinen Grund, daraus einen generellen Aufwärtsdruck bei der Inflation abzuleiten.

Reuters BERLIN. Der Anstieg der Erzeugerpreise von 1,3 Prozent im Vergleich zum Dezember sei der kräftigste seit Januar 1982 gewesen, teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit. Die Jahresteuerungsrate bei den Produzentenpreisen sei mit 1,6 Prozent auf den höchsten Stand seit September 2001 hochgeschnellt. Im Dezember waren die an die Hersteller gewerblicher Produkte gezahlten Preise nur um 0,2 Prozent gestiegen, die Jahresteuerungsrate hatte 0,9 Prozent betragen.

"Das Ausmaß des Anstiegs ist für die Erzeugerpreise absolut ungewöhnlich", sagte Stephan Rieke von der ING BHF-Bank. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt nur einen monatlichen Anstieg im Januar um 0,5 Prozent und eine Jahresteuerungsrate von 0,8 Prozent erwartet. "Die Ökosteuer schlägt hier durch, und auch der gestiegene Rohölpreis dürfte mitverantwortlich sein." Ein Aufwärtstrend der Inflation sei daraus aber nicht abzuleiten.

Riekes Kollege Bernd Weidensteiner von der DZ-Bank sagte allerdings, dass die Lebenshaltungskosten im Februar angesichts der Erzeugerpreisdaten etwas stärker gestiegen sein könnten als bislang erwartet. Im Schnitt rechnen Volkswirte mit einem monatlichen Anstieg der Verbraucherpreise um 0,3 Prozent und einer unveränderten Jahresteuerungsrate von 1,1 Prozent.

Statiskiker: Steuern und Ölpreis trieben Erzeugerpreise

Auch die Statistiker verwiesen auf teureres Rohöl und die Ökosteuer als Preistreiber. "Der starke Anstieg der Erzeugerpreise gegenüber dem Vormonat ist wesentlich von der Entwicklung der Energiepreise beeinflusst, die sich gegenüber Dezember 2002 um durchschnittlich 5,4 Prozent erhöhte", teilte das Amt mit. Ohne Energie wären die Erzeugerpreise nur um 0,2 Prozent zum Vormonat gestiegen. Den Angaben zufolge kletterten die Preise für Kraftstoffe um 5,8 Prozent zum Dezember, leichtes Heizöl um 2,3 Prozent und Strom um 4,2 Prozent.

Im Vergleich zum Januar 2002 hätten sich leichtes Heizöl um 25,7 Prozent, Superbenzin um 12,3 Prozent und Dieselkraftstoff um 12,0 Prozent verteuert, teilte das Amt mit. Der Preis für Weizenmehl stieg um 10,2 Prozent, Zigaretten waren 7,3 Prozent teurer als vor Jahresfrist. Zement war um 14,1 Prozent günstiger als im Vorjahr, die Preise für Flachglas sanken um 14,0 Prozent, die für Steinkohle und-briketts um 11,4 Prozent.

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