Kein Ausbau eigener Kapazitäten geplant
Salzgitter hält Ausschau nach Stahlkapazitäten

Der Stahlkonzern Salzgitter hält nach den Worten von Vorstandschef Wolfgang Leese Ausschau nach zusätzlichen Kapazitäten für Rohstahl. "Wir sind vollständig ausgelastet. Wir könnten für unser neues Röhrengeschäft eine Kapazität von etwa 800 000 Tonnen Rohstahl gebrauchen", sagte Salzgitter-Vorstandschef Wolfgang Leese am Dienstag anlässlich des so genannten Stahltages auf der Hannover Messe.

Reuters HANNOVER. Den Aufbau zusätzlicher eigener Kapazitäten schloss der Chef des nach Thyssen-Krupp Steel zweitgrößten deutschen Stahlherstellers aus. "Das wäre der teuerste Weg", sagte Leese. Es gebe Gespräche mit anderen Stahlproduzenten, aber noch keine konkreten Pläne für Kooperationen oder mehr.

"Aber es tut sich derzeit viel auf dem Markt", fügte Leese hinzu. "Es gibt positive Signale." Die geplante Fusion der Stahlkonzerne Usinor, Arbed und Aceralia zum weltgrößten Stahlerzeuger mit 46 Mill. Jahrestonnen Rohstahlerzeugung setze einiges in Bewegung. Für die mit einer Rohstahlproduktion von gut 5 Mill. Jahrestonnen verhältnismäßig kleine Salzgitter AG sehe er aus dem anhaltenden Konzentrationsprozess auf dem Weltstahlmarkt keine Gefahr für die weiterhin angestrebte Selbstständigkeit. "Wir sind sowohl beim Stahl als auch mit dem im vorigen Jahr übernommen Röhrengeschäft von Mannesmann sehr gut gerüstet", sagte Leese.

Gespräche mit der saarländischen Dillinger Hütte

Die in früheren Jahren verlustreichen Mannesmannröhren-Werke sollen unter dem Dach der Salzgitter-Holding schon in diesem Geschäftsjahr nicht nur für wachsende Umsätze, sondern für zusätzlichen Ertrag sorgen, sagte Leese. Dies werde an diesem Donnerstag bei der Präsentation der Bilanz für das Rumpfgeschäftsjahr Oktober bis Dezember 2000 und den Ausblick auf das erste Quartal 2001 bereits deutlich. "Alles, was ich an Prognosen höre, ist, dass es dauerhaft eine profitable Öl- wie auch Gaswirtschaft geben wird. Und dafür bauen wir die Großrohre."

Im Stahlbereich arbeitet Salzgitter Leese zufolge daran, sich im Bereich Grobblech zu verstärken. Die Gespräche über eine Allianz mit der saarländischen Dillinger Hütte brauchten aufgrund der bekannten schwierigen Eigentümerstruktur ihre Zeit. Die notwendigen zusätzlichen Stahlkapazitäten seien aber auch bei der Dillinger Hütte nicht frei. Aus der Stahlallianz Usinor-Arbed-Aceralia könnten sich für Salzgitter nach den Worten Leeses die Möglichkeit zum Ausbau des eigenen Vertriebs in Europa ergeben. "Ich erwarte in diesem Bereich durchaus Wettbewerbsauflagen für die geplante Fusion", sagte Leese. Denkbar sei etwa, dass die EU-Kommission beim Vertriebsnetz Auflagen mache. Hier sei Salzgitter an der Übernahme von Vertriebskapazitäten interessiert.

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