Kein Boom durch Kaiserbaby
Tokioter Börse von Unternehmenspleiten belastet

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am ersten Handelstag nach der Geburt einer Prinzessin am Kaiserhof schwere Verluste eingefahren. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte sackte am Montag um 326,82 Punkte oder 3,1 % auf 10 370,62 Punkte.

Reuters TOKIO. Händler sagten, der drohende Zusammenbruch des US-Energiehändlers Enron habe wieder Ängste wegen der Kreditrisiken der Banken angefacht. Die Nachricht vom Nachwuchs im japanischen Kaiserhaus habe dagegen keine anhaltende Wirkung, sagten Händler. Der 225 führende Werte umfassende Nikkei-Index sackte 3,06 % oder 326,82 Zähler auf 1 0370,62 Punkte ab. Der breite Topix Index verlor 20,81 Punkte auf 1 029,41 Zähler.

"In den USA ging Enron unter, und wir haben hier fast jede Woche einen Zusammenbruch eines grösseren Unternehmens. Es ist ziemlich natürlich, dass sich die Anleger da Sorgen wegen der Kreditrisiken machen", sagte Toshihiko Matsuno von Sakura Friend Securities.

"Berichten zufolge dürfte Enron einen grossen Einfluss auf die US-Banken haben, aber nach meinem Verständnis ist der Effekt auf Japans Banken sehr limitiert", sagte Shoji Mori von der japanischen Finanzmarktaufsicht. Das Engagement der japanischen Banken dürfte insgesamt weniger als 100 Mrd. Yen oder 810 Mill. Dollar betragen, sagte Mori.

Trotz dieser beruhigenden Kommentare hätten die Marktteilnehmer aber weiter aggressiv Bankaktien verkauft, sagten Händler. Die Aktien der kleinsten der vier japanischen Grossbanken UFJ Holdings Inc verloren 9,83 % auf 367,00 Yen. Der Vermögensverwaltungspartner der Bank besitze Enron-Bonds, begründeten Händler die Verkäufe. Auch die Aktien der nach Vermögenswerten weltgrössten Bank, Mizuho Holdings, gaben mehr als sechs Prozent auf 291,00 Yen nach. Die Aktien der Nummer drei unter den Brokern, Nikko Cordial büssten 3,4 % ein auf 628 Yen. Nikko hatte mitgeteilt, sie verwalte einen Fonds, in dem Enron Bonds enthalten seien.

NTT und ihre Mobiltelefon-Tochter NTT DoCoMo sanken 5,7 beziehungsweise fast zwei Prozent, nachdem die Ratingagentur ihre Beurteilung für langfristige Verbindlichkeiten auf "AA-" reduziert habe, hiess es.

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