Kein drastischer Personalabbau geplant
Intershop-Gründer: "Talsohle in den USA durchschritten"

Intershop-Gründer und Vorstandschef Stephan Schambach sieht für den Anbieter von Internet-Handelsoftware einen ersten Aufwärtstrend in den USA. Die kommenden zwei bis drei Quartale dürften angesichts der weltweiten Internet-Flaute und des Konjunkturtiefs weiterhin schwierig bleiben, sagte der 31-Jährige. Da der Jenaer Softwarekonzern im Vertrieb auf dem US-Markt nicht aus eigener Kraft wachsen könne, setze das Management auf Partnerschaften.

dpa JENA/FRANKFURT. Allein die Kooperation mit dem US-Computerriesen Hewlett-Packard seit Frühjahr 2000 habe Intershop ein Lizenzvolumen von 7 Mill. Euro eingebracht. Hewlett-Packard (HP) habe Intershop-Produkte auf seiner Preisliste, und die Mitarbeiter erhielten für verkaufte Software Provisionen, erläuterte der 31-Jährige. "Wir haben über HP auch eine gute Pipeline in den USA", sagte Schambach, ohne Details zu nennen.

Der Einbruch des US-Geschäfts hatte wesentlich zur wirtschaftlichen Krise beigetragen, in der Intershop seit Ende 2000 steckt. Trotz der Rückverlegung der Firmenzentrale von den USA nach Deutschland in diesem Jahr bleibt der amerikanische Markt für Intershop strategisch wichtig.

Schambach bekräftigte erneut, dass der Konzern bis Jahresende beim Quartalsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen schwarze Zahlen schreiben will. Für das Erreichen der Gewinnschwelle brauche Intershop jedoch 30 bis 40 Mill. Euro, räumte er ein. Nach eigenen Angaben verfügt das Unternehmen per Ende Juni noch über liquide Mittel von 55,6 Mill. Euro. Zu Jahresbeginn waren sie noch etwa doppelt so hoch.

Der Anstieg des Lizenzumsatzes sei ein wesentliches Ziel auf dem Weg zurück in die Gewinnzone. "Jede Mark beim Lizenzumsatz ist reiner Gewinn, denn die Fixkosten für die Software-Entwickler haben wir sowieso", sagte der Vorstandschef. Der Software-Anbieter für den elektronischen Handel via Internet verfüge über ein großes Potenzial für weitere Lizenzen sowohl innerhalb des bestehenden Kundenstammes als auch bei Neukunden. Unter Preisdruck angesichts des sich verschärfenden Wettbewerbs leide Intershop nicht. "Das ist nie ein Problem gewesen."

Intershop hat am Mittwoch Zahlen für das zweite Quartal 2001 vorgelegt, die an der Börse die Erwartungen auf eine schnelle Besserung der wirtschaftlichen Lage der einstigen Vorzeigefirma dämpften. Der Verlust fiel mit 28,3 Mill. Euro höher aus als der Umsatz von 22 Mill. Euro. Intershop hat nach Stellenstreichungen derzeit 1100 Beschäftigte. Einen drastischen Personalabbau soll es nicht geben. "Heuern und feuern" sei nicht seine Strategie, sagte Schambach.

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