Kein Druck bei der Partnersuche: Siemens Mobilfunk soll stärker wachsen als der Markt

Kein Druck bei der Partnersuche
Siemens Mobilfunk soll stärker wachsen als der Markt

Der Siemens-Konzern geht im Mobilfunkgeschäft mit Optimismus in das neue Jahr. Der Marktanteil soll wieder steigen, sagte der für das Mobilfunkgeschäft zuständige Siemens-Vorstand Rudi Lamprecht dem Handelsblatt: "Wir werden versuchen, stärker zu wachsen als der Markt." Der Siemens-Manager geht davon aus, dass der Handy-Markt nach Stückzahlen 2002 um bis zu 10 % zulegen wird.

MÜNCHEN. Erst Ende vergangener Woche hatte Nokia-Chef Jorma Ollila ein Marktwachstum von 10 % prognostiziert und damit für eine positive Überraschung gesorgt. Auch der Chiphersteller Infineon, ein wichtiger Zulieferer für die Handy-Branche, macht erste Erholungstendenzen im Mobilfunk aus. 2001 war das bisher schwierigste Jahr für die Branche. Siemens hatte im weltweiten Wettbewerb deutlich Marktanteilen verloren und war zeitweise auf den fünften Platz hinter Nokia, Motorola, Sony-Ericsson und Samsung zurück gefallen. Dazu sagte Lamprecht, es sei für Siemens wichtiger gewesen, auf den Markteinbruch zu reagieren. Der Konzern hatte für die Mobilfunksparte ein Sparprogramm über 1,5 Mrd. ? aufgelegt, das auch den Abbau von 4 600 Stellen umfasste. Davon sind bereits 3 600 Stellen gestrichen worden, heißt es. Bei Handys wurde die Gewinnschwelle auf 28 bis 30 Millionen Geräte zurückgefahren. Das Programm laufe voll im Plan, sagte Lamprecht.

Siemens weist für die Mobilfunksparte inzwischen wieder schwarze Zahlen aus, liegt beim Gewinn allerdings deutlich hinter Marktführer Nokia. Motorola und Ericsson stecken tief in den Verlusten. Siemens werde gestärkt aus der Krise hervorgehen, ist sich Lamprecht sicher. Im laufenden Quartal rechnet er mit einem Absatz von sieben bis acht Millionen Handys, was gegenüber dem Vorjahr (6,9 Millionen) einen Zuwachs bedeuten würde. Im Weihnachtsquartal hatte Siemens neun Millionen Handys verkauft.

Lamprecht kündigte für dieses Jahr eine Reihe neuer Modelle an. Ab Jahresende würden alle neuen Siemens-Geräte Triband-Handys sein, die auch in den USA einsetzbar sind. Lamprecht erwartet eine stärkere Polarisierung zwischen günstigen Einstiegsgeräten und teuren Topmodellen und will künftig auf das untere Segment setzen.

Keine größere Akquisition geplant

"Wir sind der Meinung, dass wir auch alleine überleben können", stellte Lamprecht klar. "Unser Ziel ist es, unter dem Namen Siemens das Geschäft weiter zu entwickeln", fügte er an. Zuletzt hatte es immer wieder Spekulationen gegeben, Siemens könne sich mit einem Konkurrenten verbünden. Im Gespräch waren etwa Motorola und Toshiba. Doch die Gespräche kamen zu keinem Ergebnis. Insider vermuten, ein Grund könnte der Streit um die gemeinsame Marke gewesen sein. Eine größere Akquisition stehe derzeit nicht ganz oben auf der Agenda, so Lamprecht.

Auch bei der Entwicklung von UMTS-Endgeräten sieht Siemens keinen dringenden Handlungsbedarf. Eine Entwicklungspartnerschaft mit Toshiba, auf die Analysten wegen der Kostenersparnis große Hoffnungen gesetzt hatten, war im Dezember aufgegeben worden. "Es gibt keine Notwendigkeit, unbedingt Ersatz für Toshiba zu finden", sagte Lamprecht. Bis Ende 2002 würde der Konzern aus eigener Kraft UMTS-Endgeräte auf den Markt bringen. Der Massenmarkt startet nach Einschätzung von Siemens dann in 2003. Bei UMTS-Netzen kooperiert Siemens erfolgreich mit NEC.

Gut positioniert sieht sich Lamprecht im gesamten Geschäft mit mobilen Netzwerken. Hier konnte Siemens zuletzt deutliche Marktanteile gewinnen. Aber wie die Konkurrenz erwartet auch Lamprecht hier vor dem Hintergrund der allgemeinen Investitionszurückhaltung der Kunden in 2002 eine Abschwächung. Wichtig sei, dass das Geschäft profitabel bleibe. Auch hier will Siemens Marktanteile gewinnen.

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