Kein Druck in München
Hitzfeld gratuliert Leverkusen und will Titel

Ein entspannter Ottmar Hitzfeld freute sich mit Bayer Leverkusen, ein angeschlagener Oliver Kahn musste pausieren und der FC Bayern München sammelte noch einmal alle Kräfte für das große Bundesliga-Finale.

dpa MÜNCHEN. Einen Tag nach dem Champions-League-Erfolg der Leverkusener gegen Manchester United hat der Trainer des Titelverteidigers dem Liga-Konkurrenten begeistert gratuliert, jedoch keinen Zweifel am Ehrgeiz der Münchner gelassen. "Kompliment an Leverkusen. Ich freue mich, dass ein deutscher Verein im Finale ist. Ich wünsche Leverkusen die Champions-League-Trophäe und uns die deutsche Meisterschaft", nannte Hitzfeld seine Vorstellungen.

Oliver Kahn musste das Training am Mittwoch vorzeitig wegen Problemen am rechten Knie abbrechen. Dennoch machte sich der Coach keine Sorgen, dass der 32-Jährige am Samstag im letzten Bundesliga- Heimspiel gegen Hansa Rostock nicht zur Verfügung stehen könnte. "Sein Einsatz ist nicht gefährdet", sagte der Trainer auf dpa- Anfrage. Der Nationaltorhüter hat seit der vergangenen Woche Probleme mit einer Prellung im Knie.

Vor dem finalen Dreikampf um die deutsche Fußball-Meisterschaft zwischen Borussia Dortmund, Leverkusen und Titelverteidiger Bayern hatte Hitzfeld zuvor zur Fairness im Umgang miteinander aufgerufen. Nach den verbalen Attacken zwischen Dortmunder und Münchner Verantwortlichen zu Wochenbeginn bemühte sich der Bayern-Trainer um Entspannung. "Es herrscht kein Krieg zwischen Bayern München und Borussia Dortmund. Beide Vereine schätzen sich", sagte Hitzfeld, der die Borussia als BVB-Coach vor sechs Jahren zur fünften und bislang letzten deutschen Meisterschaft geführt hatte.

Er selbst will sich in dieser Woche ganz auf seine sportlichen Aufgaben als Trainer konzentrieren. Kontakt zu seinem früheren Spieler und heutigen BVB-Coach Matthias Sammer werde er vor dem entscheidenden letzten Bundesliga-Spieltag nicht aufnehmen: "Das Telefon ruht", bemerkte Hitzfeld.

Der 53-Jährige glaubt fest daran, dass er am Samstag zum vierten Mal in Folge mit den Bayern den Titel gewinnen wird. "Natürlich bin ich total überzeugt, dass wir Meister werden. Der FC Bayern gibt nie auf. Wir waren schon ein paar Mal abgeschrieben und sind immer wieder aufgestanden. Wir müssen nur die Nerven bewahren und unser Spiel gegen Hansa Rostock gewinnen", bemerkte Hitzfeld.

Der Erfolgstrainer rechnet damit, dass Spitzenreiter Dortmund (67 Punkte) am letzten Spieltag gegen Werder Bremen ebenso nicht über ein Unentschieden hinaus kommen wird wie Leverkusen (66) gegen Hertha BSC. Die Münchner folgen mit 65 Punkten als Dritte, haben aber die beste Tordifferenz der drei Titel-Kandidaten. Diese würde bei Punktgleichheit den Ausschlag im Meisterschaftskampf geben.

Im Gegensatz zu seinem Trainer glaubt Giovane Elber an einen Meister Dortmund. "Ich gehe davon aus, dass es Dortmund schafft", sagte der Brasilianer am Mittwoch, auch wenn seiner Ansicht nach am ehesten Leverkusen einen Titel verdient hätte. Bayer hätte zwar noch die Chance auf mehrere Trophäen, "aber ich glaube, die Meisterschaft haben sie verpasst".

Die Münchner Profis und ihr Trainer sind, seit der ersehnte dritte Tabellenplatz gesichert ist, sichtbar vom größten Druck befreit. Hitzfeld nahm sich ausgiebig Zeit für die Fans, schrieb Autogramme und posierte für Fotos. "Wir haben nichts mehr zu verlieren. Zum ersten Mal können wir ganz locker sein", sagte Elber. Hitzig genug scheint die Mannschaft aber noch zu sein. Aus unerfindlichen Gründen ging in der Kabine am Trainingsgelände mehrmals der Feueralarm los.

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