Kein EADS-Ausstieg: Lagardère mit hohem Verlust

Kein EADS-Ausstieg
Lagardère mit hohem Verlust

Der französische Mischkonzern Lagardère ist im vergangenen Jahr durch außerordentliche Belastungen tief in die Verlustzone gerutscht. Der Konzern, dessen Gründer und Co-Vorstandschef Jean-Luc Lagardère am vergangenen Freitag überraschend gestorben war, legte am Montag für das Jahr 2002 einen Fehlbetrag von 291 Millionen Euro vor.

HB/dpa PARIS. Ein Jahr zuvor waren noch 616 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet worden. Arnaud Lagardère, Sohn des charismatischen Luftfahrtpioniers, versicherte in Paris, er werde zusammen mit EADS-Co-Chef Philippe Camus den Konzern im Sinne seines Vaters weiterführen.

Er dementierte Spekulationen über einen Ausstieg aus dem größten europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern und Airbus-Mutterunternehmen EADS. Sein Vater hatte EADS entscheidend mit aus der Taufe gehoben. "Eine Abgabe der EADS-Anteile steht außer Diskussion", sagte Lagardère. Er bekräftigte auch das Engagement der Gruppe am geplanten Super-Airbus A380. Die Lagardère-Gruppe und der französische Staat halten jeweils rund 15 Prozent an EADS, DaimlerChrysler hält gut 30 Prozent. Er stehe bereit, die Nachfolge seines Vaters als Co- Aufsichtsratschef bei EADS neben Manfred Bischoff anzutreten, sagte Arnaud Lagardère.

Das Schwergewicht der type="person" value="Lagadère, Arnaud">Lagardère-Gruppe liege aber im Mediengeschäft, das weiter ausgebaut werden solle, betonte er. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz dieses Bereichs bei 8,095 Milliarden Euro (plus 7,8 Prozent) und der Betriebsgewinn bei 385 Millionen Euro. Der Gesamtumsatz der Gruppe fiel leicht auf 13,2 (Vorjahr 13,3) Milliarden Euro. Der Nettoverlust entstand durch die hohen Restrukturierungskosten beim Autohersteller Matra, der zum Verlust 246 Millionen Euro beitrug. 83 Millionen Euro Minus fielen durch Abschreibungen auf den Anteil an der Internet-Tochter T-Online der Deutschen Telekom an.

Für 2003 zeigte sich Lagardère zuversichtlich. Im Medienbereich rechne er mit einer Gewinnsteigerung, deren Höhe maßgeblich von den Auswirkungen des Irak-Krieges und der wirtschaftlichen Folgen abhänge. Da die Sondereffekte im laufenden Jahr wegfielen, dürfte die Gruppe im laufenden Jahr wieder Gewinn ausweisen, hieß es aus Analystenkreisen. Der Kurs fiel nach Vorlage der Zahlen und gab an der Pariser Börse bis zum Nachmittag um 1,94 Prozent auf 34,44 Euro nach. Die Aktie entwickelte sich damit aber etwas besser als der Gesamtmarkt. Der Verlust sei höher als von Analysten prognostiziert ausgefallen, sagten Händler. Die Dividende soll mit 0,82 Euro je Aktie unverändert bleiben.

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