Kein Ende der Gewalt in Sicht
Israelische Truppen stoßen nach Rafah vor

In der Nacht zum Montag sind israelische Truppen in die Stadt Rafah im Gazastreifen vorgestoßen. An der Militäroperation waren nach palästinensischen Angaben mindestens acht Panzer und gepanzerte Fahrzeuge sowie ein Bulldozer beteiligt.

dpa GAZA/JERUSALEM/RAMALLAH. Die von Infanterieeinheiten begleiteten Fahrzeuge drangen etwa 300 Meter in einen Teil von Rafah vor. Ein Palästinenser sei durch israelische Geschosse verletzt worden.

Am Sonntagabend hatte eine israelische Kommandoeinheit in einem Vorort von Nablus im Westjordanland einen der meistgesuchten Aktivisten der radikal-islamischen Hamas-Bewegung getötet. Nach Angaben des israelischen Rundfunks handelte es sich dabei um den 26 Jahre alten Muhaned Taher. Taher sei der Anführer des militärischen Arms der Hamas im Westjordanland gewesen. Israel macht ihn für den Tod von mindestens 117 Israelis bei einigen der blutigsten Terroranschläge der vergangenen 18 Monate verantwortlich.

Unterdessen wurden elf illegale israelische Siedlungen im Westjordanland am Sonntag nach einer Anordnung von Israels Verteidigungsminister Benjamin Ben-Elieser geräumt. Zwei der Siedlungen wurden vom israelischen Militär beseitigt, neun gaben die Siedler - begleitet vom Protest des Siedlerrates - selbst auf. Die meisten Siedlungen bestanden nur aus Wohncontainern oder Wohnwagen.

Die israelische Armee nahm am Sonntag bei ihrer Militäraktion im Westjordanland hunderte Palästinenser fest. Im Gebiet von Jerusalem wurde die Polizei nach einer neuen Terrorwarnung in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Bei einem Bombenanschlag auf einen Personenzug bei Lod in Zentral-Israel wurden vier israelische Reisende leicht verletzt.

Insgesamt setzte die Armee ihre Operationen in sieben besetzten Autonomiestädten des Westjordanlandes fort. Lediglich in Hebron und Bethlehem wurde die strikte Ausgangssperre am Mittag für einige Stunden aufgehoben. Ben-Elieser kündigte jedoch an, man sei bemüht, die Lebensbedingungen für die seit Tagen eingeschlossenen 800 000 Menschen in den besetzten Städten zu verbessern.

Im Flüchtlingslager Daheischeh bei Bethlehem wurde nach palästinensischen Angaben vom Sonntagabend ein 16 Jahre alter Palästinenser von israelischen Soldaten erschossen. Der Jugendliche sei während einer Razzia getötet worden, hieß es.

Palästinenserpräsident Jassir Arafat bekräftigte seinen Verhandlungswillen für eine Friedenslösung im Nahen Osten. Er sei bereit, "jederzeit und an jedem Ort" mit den Israelis zu verhandeln, sagte Arafat am Sonntag über Telefon den Teilnehmern eines Managerforums in Crans Montana in der Schweiz. Obwohl US-Präsident George W. Bush seine Ablösung wünscht, möchte Arafat Bush persönlich treffen. "Ich würde Präsident Bush gerne jederzeit an einem Ort seiner Wahl treffen, damit wir auf einen umfassenden Frieden hinarbeiten können", sagte Arafat.

Arafat hielt Bush trotz seiner umstrittenen Nahost-Pläne zugute, dass er die Schaffung eines palästinensischen Staates befürworte. Auch den Friedensplan des saudischen Kronprinzen Abdullah, der die Anerkennung des jüdischen Staates durch die arabischen Nachbarn vorschlägt, hieß Arafat gegenüber den Forumsteilnehmern gut. Arafat sagte ferner, Israel habe zu Beginn die terroristischen palästinensischen Gruppen unterstützt, um seiner Palästinensischen Befreiungsfront (PLO) zu schaden.

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