Kein Ende der Versteigerung absehbar
Gebote bei UMTS-Auktion knapp unter 80 Mrd DM

Die Versteigerung der deutschen UMTS-Mobilfunklizenzen ist am Dienstag mit verlangsamten Tempo fortgesetzt worden. Dessen ungeachtet strebt die Versteigerung jedoch einem Auktionserlös zu, der deutlich über den Erwartungen der meisten Experten liegt.

Reuters MAINZ. Nach 140 Auktionsrunden waren die Unternehmen am Dienstagvormittag zu Beginn des zwölften Auktionstages in Mainz bereit, rund 79 Mrd. DM für die vier bis sechs neuen UMTS-Mobilfunklizenzen zu bezahlen. Damit nähern sich die Gebote der oberen Grenze der Analystenerwartungen, die zuletzt wegen unsicherer Aussichten für den neuen UMTS-Mobilfunk ihre Schätzungen für den Auktionserlös reduziert hatten.

Ohne dass ein Ende der Versteigerung absehbar ist, hat die deutsche Auktion bereits höhere Gebote erbracht als die britische UMTS-Versteigerung im April mit umgerechnet 73,5 Mrd. DM nach derzeitigem Wechselkurs. Von Dienstagmorgen an verlangsamte sich das zuletzt rasende Auktionstempo jedoch wieder deutlich, da das Mindestgebot auf fünf Prozent halbiert wurde. Das heißt, das Höchstgebote von Konkurrenten nur dann übertroffen werden, wenn neue Gebote mindestens fünf Prozent höher liegen. Das Mindestgebot von zuletzt zehn Prozent hatte dazugeführt, dass die Summe der Gebote für die UMTS-Lizenzen exponziell anstieg, da die Basis immer höher wurde. In Bieterkreisen hieß es, man hätte sich eine frühere Senkung des Mindestgebots gewünscht.

Für eine der neuen Mobilfunklizenzen müssten mit Stand Dienstagvormittag mindestens rund 13 Mrd. DM bezahlt werden. Eine Lizenz mit großer Frequenz würde danach bis zu knapp 20 Mrd. DM kosten. Nach Einschätzung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) zeigt keiner der Bieter Schwächen. Einige Analysten schließen einen Auktionserlös von bis zu 100 Mrd. DM nicht aus.

Diese Prognose unterstellt einen Bieterkampf, bei dem die vier am deutschen Markt bereits aktiven Mobilfunkanbieter siegen würden, da der Preis für Neueinsteiger zu hoch sei. Der Aufschlag wäre aus Sicht der vier Anbieter (T-Mobil, D2-Mannesmann, E-Plus, Viag Interkom) der Preis dafür, dass sie sich den deutschen Mobilfunkmarkt auch künftig nicht mit einem neuen Konkurrenten wie France Telecom/Mobilcom oder 3G (Sonera/Telefonica) teilen müssten.

Theoretisch wäre nach dem Ausscheiden eines Bieterkonsortiums ein schnelles Ende der deutschen Auktion möglich. Dann müßten sich die verbleibenen sechs Bieter aber jeweils mit einer Mobilfunklizenz mit einer kleinen Frequenzausstattung (zwei Blöcken) zufrieden geben. Den beiden deutschen Marktführern T-Mobil und D2-Mannesmann wird allerdings ein großes Interesse an drei Frequenzblöcken nachgesagt. Dann könnten aber höchstens fünf Bieter in der Auktion erfolgreich sein, so dass noch ein Bieter-Team ausscheiden müsste.

Nach Einschätzung von Branchenexperten könnte sich möglicherweise auch der kleinste deutsche Mobilfunkanbieter Viag Interkom aus der Auktion zurückziehen. Die unterschiedlichen Kerngeschäfte der beiden Hauptgesellschafter British Telecom und E.ON könnten sich bei den stark wachsenden Geboten als hinderlich herausstellen, hieß es. Mittlerweile bietet Viag Interkom nur noch für zwei Blöcke. Analysten sagten für die Aktien der noch im Rennen befindlichen Bieter mit Ausnahme des Konsortiums 3G Kurseinbußen für den Fall voraus, dass ein Bieter keine Lizenz erhält oder die Lizenzkosten die Erwartungen übersteigen.

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