"Kein Ertrags-, sondern ein immenses Kostenproblem"
Commerzbank will Comdirect nicht integrieren

Die Commerzbank schließt eine Integration ihrer Online-Brokertochter Comdirect aus, schließt aber eine Fusion mit anderen Internet-Brokern nicht grundsätzlich aus.

Reuters HAMBURG. Eine Integration wäre ein "unsinniger Schritt", sagte der zuständige Commerzbank-Vorstand Martin Blessing der Tageszeitung "Die Welt" (Freitagausgabe). Durch eine Integration könnten die beiden Banken lediglich die Kosten für einen Jahresabschluss und das Marketing sparen. Auf der anderen Seite seien bei Comdirect 500 000 Kunden hinzugekommen, die zuvor kein Konto oder Depot bei der Commerzbank gehabt hätten.

Statt einer Integration mit der Commerzbank kann sich der Bankvorstand aber eine Fusion der Comdirect mit anderen Online-Brokern vorstellen: "Der Konsolidierungsdruck ist angesichts der schwarzen Null bei der Comdirect geringer als bei den Wettbewerbern. Gleichwohl kann ich mir alles vorstellen, was die Rendite auf das eingesetzte Kapital erhöht."

Die Commerzbank habe "kein Ertrags-, sondern ein immenses Kostenproblem", sagte Blessing weiter. Die Infrastruktur mit Filialen und Mitarbeitern sei "viel zu teuer." Allerdings werde die Bank nach der Schrumpfung von 925 auf 725 Filialen keine weiteren Geschäftsstellen schließen.

Der im Herbst 2000 angekündigte Ausbau der Kooperation mit AMB Generali komme langsamer voran als geplant, sagte Blessing weiter. Statt der ursprünglich geplanten 850 Vertriebsberater sei man in der gemeinsamen Tochter erst bei 200 angelangt. Der ursprüngliche Geschäftsplan sei nicht mehr zu erfüllen, räumte Blessing ein.

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