Kein geeigneter Ersatzkandidat
Weitere Gnadenfrist für MLP im Dax

Die Aktie des Finanzdienstleisters MLP bleibt vorerst im Deutschen Aktienindex Dax. Das teilte die Deutsche Börse am Donnerstagabend mit. Zugleich nominierte sie Europas größte Optikerkette Fielmann und die Beteiligungsgesellschaft Indus als Nachrücker für den MDax, falls die Indexzusammensetzung wegen der sich abzeichnenden Übernahmen von Wella und Buderus verändert werden muss.

HB/dpa/rtr FRANKFURT/MAIN. Im Falle der Übernahme von Wella oder Buderus würde zunächst Fielmann nachrücken, teilte die Börse mit. Sollten beide Firmen zu mehr als 95 % übernommen werden, würde auch Indus in den Index für mittelgroße Unternehmen aufrücken. Derzeit sind Fielmann und Indus Mitglied im Kleinwertesegment SDax. Da der MDax stärker im Fokus der institutionellen Anleger steht als der SDax, gilt eine MDax-Mitgliedschaft als erstrebenswert.

Da im Falle einer Veränderung des MDax auch der SDax neue Mitglieder bräuchte, nominierte die Börse die Immobilienbeteiligungsgesellschaft Deutsche Euroshop und den Hersteller von Haushaltsgeräten Leifheit hier als potenzielle Nachrücker.

Für Wella liegt ein Übernahmeangebot des US-Konsumgüterriesen Procter & Gamble vor, Buderus soll von Bosch gekauft werden. Sollte dadurch der Anteil der frei handelbaren Aktien (Streubesitz) bei einem der Unternehmen unter fünf Prozent fallen, müsste die Börse sie austauschen. Dadurch soll vermieden werden, dass kaum handelbare Titel in einem Auswahlindex vertreten sind. Die Wella-Aktionäre müssen über die Offerte bis zum 28. Mai, die Buderus-Anteilseigner bis zum 13. Juni entscheiden. Die Änderungen würden am 23. Juni wirksam.

Wegen des niedrigen Börsenwertes galt auch der Verbleib von MLP im wichtigsten deutschen Börsenbarometer als gefährdet. Allerdings gewährte der Arbeitskreis Aktienindizes, der die Börse bei Index-Entscheidungen berät, dem Heidelberger Unternehmen bereits im Februar eine Gnadenfrist. Denn derzeit gibt es aus Sicht des Arbeitskreises keinen geeigneten Ersatzkandidaten.

Der Nivea-Hersteller Beiersdorf und der Online-Anbieter T-Online würden sich formal für eine Mitgliedschaft im Club der 30 wichtigsten deutschen Aktiengesellschaften qualifizieren. Doch Beiersdorf gilt seit langem als Übernahmekandidat. Gegen T-Online spricht der geringe Anteil an frei handelbaren Aktien (Streubesitz) und der große Einfluss der Muttergesellschaft Deutsche Telekom.

Die Börse gab weiterhin eine Erweiterung des Arbeitskreises Aktienindizes bekannt, der sie bei Veränderungen der Indizes berät. Neu aufgenommen in das mit Banken und institutionellen Anlegern besetzte Gremium wurde die Munich Ergo Asset Management GmbH.

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