Kein Geld verschenken - Lohnsteuerhilfeverein unterstützt - Rückerstattung bei Scheidung oder Nachwuchs
Die Steuererklärung steht an

Es gilt, kein Geld zu verschenken. Der Lohnsteuerhilfeverein bietet Unterstützung an. Mit Rückerstattungen kann man besonders bei Scheidung oder Nachwuchs rechnen.

ap BERLIN. Hunderttausende Bürger drücken sich alle Jahre wieder vor ihrer Steuererklärung. Und schenken dem Staat damit bares Geld. Dabei haben die meisten Arbeitnehmer übers Jahr gesehen zu viel Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag ans Finanzamt gezahlt. Das könnten sie sich zurückholen und Steuersparchancen nutzen.

Im Jahr 2000 waren es im Schnitt fast 2 000 Mark, die der Fiskus jeweils rücküberweisen musste, wie der Bund der Steuerzahler berechnete. Voraussetzung: Der Beschäftigte hatte sich die Mühe gemacht, rechtzeitig eine Steuererklärung abzugeben.

Stiftung Warentest ermuntert daher, sich nicht von Papierwust und Paragrafendschungel abschrecken zu lassen. Ob in Eigenregie oder mit Unterstützung von Fachleuten - das Durchackern von Finanzamtsvordrucken, Belegen und Anlagen lohnt sich nach Ansicht von `Finanztest" so gut wie immer. Zumal Otto-Normal-Arbeitnehmer meist nur zwei Bögen ausfüllen muss, nämlich den Mantelbogen und die Anlage N. Verheiratete können eine gemeinsame Steuererklärung abgeben. Für Eltern ist außerdem die Anlage für Kinder wichtig. Kapitalanleger und Börsianer müssen sich überdies mit den Vordrucken KAP und SO beschäftigen.

Mit einem netten Sümmchen an Rückerstattung kann rechnen, wer beispielsweise im Jahr 2000 Nachwuchs bekommen hat, wer Geld für seine Scheidung ausgeben musste oder eine hilflose Person gepflegt hat. Unbedingt seine Steuererklärung machen sollte zudem derjenige, der nicht das ganze Jahr über gearbeitet oder einen Partner geheiratet hat, der keine oder nur wenig Einkünfte hatte. Dies gilt auch für Bürger, die bedürftige Eltern, Kinder oder Lebensgefährten finanziell unterstützten.

Eine Rückerstattung sollten sich außerdem diejenigen nicht durch die Lappen gehen lassen, die im Vorjahr Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld gekriegt oder für Arbeitsmittel mehr als 2.000 Mark (Obergrenze der Werbungskostenpauschale) ausgegeben hat.

Hat jemand im Jahr 2000 Zinsabschlagsteuer gezahlt und Kapitaleinkünfte unter dem Freibetrag von 3.100 Mark (Ehepaare 6.200 Mark) kassiert, dann wird sich auch für ihn die Mühe der Steuererklärung lohnen, wie Stiftung Warentest erläutert.

Steuerberater absetzbar

Nicht jede Steuererklärung ist von Laien allerdings in Eigenregie optimal zu schaffen. Komplizierter wird es meist, wenn Arbeitnehmer zugleich Mieteinkünfte haben, wenn es um die Verrechnung von Spekulationsgewinnen an der Börse geht, um Einnahmen aus Renten oder Verdienste im Nebenjob. Auch Ehepaare, die die Eigenheimzulage kassieren, sich aber womöglich dann getrennt veranlagen lassen müssen, sollten sich wegen der kniffligen Rechtslage Unterstützung holen.

Wer einen Computer besitzt, kann eines der unzähligen Steuerprogramme zur Hilfe nehmen. Stiftung Warentest empfiehlt nach umfangreichen Tests vor allem das `Wiso Sparbuch 2001", das sehr gute Noten bekam, mit 79 Mark allerdings auch eines der teuersten ist. Gute Programme wie "t§x 2001 Standard" oder "Quick Steuer 2001" seien auch schon für rund 30 Mark zu bekommen.

Persönliche Unterstützung bei harten `Steuernüssen" bieten die Lohnsteuerhilfevereine, denen man beitreten kann. Mitglieder haben zudem den Vorteil, das sie auch Bescheide prüfen und Einspruch einlegen lassen können sowie bei Klagen vor dem Finanzgericht Hilfe bekommen. Unternehmer oder Freiberufler dürfen sich von diesen Vereinen allerdings nicht helfen lassen. Sie sind ohnehin in der Regel auf Steuerberater angewiesen. Die Profis nehmen den Laien die gesamte Arbeit ab, was auch Arbeitnehmer immer öfter gern in Anspruch nehmen. Denn Kosten für den Steuerberater lassen sich überdies absetzen.

Die Steuererklärung für 2000 muss spätestens bis 31. Mai dieses Jahres abgegeben werden. In bestimmten Fällen lässt sich der Termin noch bis zum 30. September hinauszögern. Ein Steuerberater kann ihn sogar noch einmal bis Ende Februar des Folgejahres verlängern.



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