Kein gemeinsamer Marktauftritt mit Vodafone geplant
Swisscom: Grenzwerte stellen Risiko für UMTS-Netzaufbau dar

Die deutlich strengeren Grenzwerte für Mobilfunkstrahlung in der Schweiz bereiten der Mobilfunk-Tochter der Swisscom Schwierigkeiten beim Aufbau des geplanten UMTS-Mobilfunknetzes. "Wir haben derzeit große Probleme mit dem UMTS-Netzaufbau. In einzelnen Regionen haben wir wegen anhängiger Verfahren seit mehr als sechs Monaten keine einzige Antenne aufgestellt", sagte der Vorstandschef von Swisscom Mobile, Carsten Schloter, in Bern.

Reuters BERN. "Dies kann zu einem Risiko für die UMTS-Netzausbauverpflichtung werden", sagte Schloter weiter. In der Schweiz müssen die Mobilfunkunternehmen bis zum Jahresende 2002 für 20 % der Bevölkerung eine Versorgung mit UMTS-Mobilfunkdiensten sicher stellen.

Durch die nach Schloters Angaben in der Schweiz gegenüber den internationalen Standards faktisch bis zu 30 mal geringeren Mobilfunk-Höchstwerte müssten in der Schweiz 40 bis 50 % mehr Mobilfunkantennen als in anderen Ländern aufgestellt werden. "Dies führt zu einer Kostensteigerung von 20 bis 30 %", sagte Schloter. Gegen die vor allem durch den UMTS-Mobilfunkbetrieb zunehmende Mobilfunkstrahlung gibt es in zahlreichen europäischen Ländern Widerstände in der Bevölkerung, da gesundheitliche Beeinträchtigungen vermutet werden. In der Schweiz waren die international üblichen Grenzwerte zum vorsorglichen Gesundheitsschutz daher zuletzt deutlich verschärft worden.

An Swisscom Mobile hatte sich im vergangenen Jahr der weltgrößte Mobilfunkkonzern Vodafone mit 25 % beteiligt. Schloter lobte die Allianz, da man mit Vodafone einen Partner gewonnen habe, der viele Vorteile sichere. "Einerseits sparen wir jährlich durch die Konditionen von Vodafone 60 bis 70 Mill. Franken beim Einkauf von Endgeräten und Netzinfrastruktur." Zudem könne Swisscom Mobile von Vodafone Standardlösungen bei Bezahldiensten, Nachrichtendiensten und ortsbezogenen Mobilfunkdiensten nutzen und profitiere auch vom internationalen Vodafone-Konzernverbund.

Schloter betonte jedoch: "Über die Beteiligungsvereinbarung mit Vodafone hinaus gibt es keine Absprachen und keine Absicht, Vodafone oder anderen Investoren weitere Anteile an Swisscom Mobile anzubieten." Mit dem britischen Konzern sei vereinbart worden, dass Swisscom Mobile freien Zugang zu allen Dienste-Plattformen erhalte. Diese Zusicherung gelte unabhängig von der Aktionärsstruktur von Swisscom und unabhängig von der künftigen Beteiligung von Vodafone an der Mobilfunksparte.

Einem gemeinsamen Marktauftritt von Swisscom Mobile und Vodafone erteilte Schloter eine klare Absage. "Ich kann mir keinen besseren Brand vorstellen als Swisscom Mobile. Das ist ein Stück Schweiz." Es wäre sehr unklug, diesen Markennamen zu ändern, sagte der Vorstandschef. Vorstellbar sei, dass beide Unternehmen im Geschäftskunden-Bereich bei einzelnen Produkten gemeinsam auftreten könnten. Dies gelte jedoch keinesfalls für den gesamten Marktauftritt.In anderen Ländern werden die von Vodafone kontrollierten Mobilfunkbeteiligungen derzeit oder in nächster Zeit zu Gunsten der globalen Marke Vodafone umbenannt, womit die ehemaligen Markennamen verschwinden werden.

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