Kein Geschenk für Zabel
Baden Cooke schlägt Zabel im Massenspurt

Am Ende der zweiten Tour-Etappe setzte sich der Australier Baden Cooke in einem packenden Finalspurt gegen die anderen Sprinter durch. Sein Landsmann Bradley McGee konnte die Führung im Gesamtklassement knapp verteidigen.

HB/dpa SEDAN. Bei der Tour de France wird einem nichts geschenkt. Das galt am Montag auf der 2. Etappe von La Ferté-sous-Jouarre nach Sedan sowohl für das Geburtstagskind Erik Zabel als auch für Tyler Hamilton, der trotz eines Schlüsselbeinbruchs antrat. Auch an seinem 33. Ehrentag durfte der Telekom-Kapitän nach 204,5 Km nicht auf das Siegerpodest. Den Tagessieg sicherte sich in einem erneuten Massenspurt Baden Cooke (Australien) vor dem Franzosen Jean-Patrick Nazon - für Zabel blieb Rang vier. Der Australier Bradley McGee verteidigte weiter seine knappe Führung im Gesamtklassement, die er sich durch seinen Prolog-Sieg erkämpft hatte.

Jan Ullrich kam auch am Montag in der Spitze des Hauptfeldes ins Ziel und behauptete seinen Platz im Klassement. Den ersten Fingerzeig auf den weiteren Verlauf der Jubiläums-Tour gibt es am Mittwoch beim schweren Mannschafts-Zeitfahren über 69 Km von Joinville nach Saint Dizier. Bianchi hatte sein Tour-Team unter Hinblick auf diesen Termin zusammengestellt und mit Spezialisten bestückt. Trotzdem gelten Once und Lance Armstrongs US Postal-Team als haushohe Favoriten.

Das Timing der an einem Sprint interessierten Teams war wie am Vortag perfekt. Frédéric Finot und Lilian Jegou (beide Frankreich), die sich mit einer mutigen Attacke schon nach fünf Kilometer abgesetzt hatten, war zwei Kilometer vor dem Ziel beendet. Ihr Maximal-Vorsprung betrug 11:15 Minuten, die letzten 30 km hatte Finot im Alleingang versucht. Im Finale hatte besonders das Telekom-Team dafür gesorgt, dass das Tempo im Hauptfeld gesteigert wurde. Dabei ereignete sich 15 Km vor dem Ziel wieder ein Sturz, in den mehrere Fahrer, auch wieder Gerolsteiner-Sprinter Olaf Pollack (Kolkwitz), verwickelt waren.

Tyler Hamilton setzte die Tour mit einem zweifachen Schlüsselbeinbruch fort

Der Tour-König der Schmerzen war am Montag Tyler Hamilton. Trotz eines doppelten Schlüsselbeinbruchs trat der kleine Amerikaner zur 2. Etappe an und schluckte die Leiden herunter. Der CSC-Kapitän, bis 2001 Helfer von Lance Armstrong, scheint besonders unempfindlich zu sein. Im Vorjahr beendete er den Giro d'Italia auf dem zweiten Rang, obwohl seine Schulter angebrochen war. Hinterher musste er sich allerdings sieben Zähne richten lassen - sie hatten dem Druck beim Zähne zusammenbeißen nicht Stand gehalten.

"Ich weiß, wie viel er dafür gearbeitet hat, um so weit zu sein. Deshalb habe ich es ihm überlassen, zu entscheiden. Er hat am Morgen gesagt, er fährt", erklärte CSC-Teamchef Bjarne Riis, der am Abend nach dem Hamilton-Sturz Carlos Sastre schon in den Stand eines neuen Team-Kapitäns gehoben hatte. Obwohl der alternative CSC-Therapeut Ole Hartung behauptete, Hamilton könne bis Paris durchhalten, sprechen andere Beispiele eine andere Sprache.

1983 löste Laurent Fignon (Frankreich) Pascal Simon im Gelben Trikot ab, nachdem sein Landsmann in den Alpen trotz eines Schlüsselbeinbruchs tagelang vergeblich versucht hatte, durchzuhalten. 1991 verlor der Däne Rolf Sörensen das Gelbe Trikot durch Aufgabe nach einem Schlüsselbeinbruch. Mit derselben Verletzung hatte zuletzt Alex Zülle 1997 versucht, weiterzufahren. Aber auch 16 Schrauben halfen nichts: Der Schweizer musste vorzeitig vom Rad. Hamilton fuhr am Montag mit einem Spezialverband und will auch am Dienstag bei der ganz besonderen Jubiläums-Tour wieder mit von der Partie sein.

Auf den Tag genau vor 71 Jahren hatte Kurt Stöpel, 1932 in Paris in der Endabrechnung hinter André Leducq (Frankreich) zweiter, als erster deutscher Rad-Profi eine Tour-de-France-Etappe gewonnen. Der Berliner starb 1997 kurz bevor Ullrich sein Husarenstück vollbrachte.

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