Kein "Goldener Oktober"
Volkswirte rechnen mit steigender Arbeitslosenzahl

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist angesichts der nachlassenden Konjunktur nach Ansicht von Experten in den kommenden Monaten mit höherer Arbeitslosigkeit zu rechnen.

dpa HAMBURG/NÜRNBERG. Zwei Tage vor Veröffentlichung der offiziellen Arbeitslosenzahlen für Oktober am Dienstag vertraten führende Volkswirte deutscher Großbanken die Ansicht, dass noch es noch in diesem Jahr mehr als vier Millionen Arbeitslose geben werde. Im Oktober 2001 waren nach Schätzungen zwischen 3,7 bis 3,71 Millionen Menschen ohne Arbeit. Im Vergleich zum Oktober des Vorjahres hat die Zahl der Arbeitslosen damit nach Angaben von Fachleuten um 90 000 bis 100 000 zugenommen. Dies ist das schlechteste Ergebnis seit 1997.

"Wir müssen uns auf einen sehr harten Winter einstellen, schlimmer, als wir alle dachten. Noch in diesem Jahr könnte die Zahl der Arbeitslosen auf über vier Millionen steigen», sagte der Chefvolkswirt der Hypovereinsbank, Martin Hüfner der "Bild am Sonntag". Auch der Leiter der volkswirtschaftlichen Abteilung der Commerzbank, Jürgen Pfister, rechnet mit vier Millionen Arbeitslosen im kommenden Winter. Sein Kollege Klaus Friedrich von der Dresdner Bank erwartet am Jahresanfang 2002 über vier Millionen Arbeitslose.

Im Oktober ging nach Berechnungen von Arbeitsmarkt-Experten die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum September nur noch um rund 35 000 bis 40 000 zurück. Dies wäre die schwächste Herbstbelebung seit 1997. Noch im Oktober 2000 hatte der monatsbezogene Rückgang bei 73 000 gelegen. Dies mache deutlich, wie stark sich die saisonübliche Herbstbelebung in diesem Oktober abgeflacht habe.

Für die andauernde Eintrübung auf dem Arbeitsmarkt machen die Vertreter von Verbänden und Wirtschaftsforschungs-Instituten hauptsächlich die schwierige konjunkturelle Lage verantwortlich. "Der konjunkturelle Abschwung schlägt sich mehr und mehr auch auf dem Arbeitsmarkt nieder", stellte ein Arbeitsmarkt-Experte des Münchner Ifo-Instituts fest. Zunehmend bekommt der ohnehin schon gebeutelte ostdeutsche Arbeitsmarkt die Folgen der stagnierenden Wirtschaftsentwicklung zu spüren. "Ich vermute, dass es den ostdeutschen Arbeitsmarkt zunehmend stärker trifft", meinte ein Arbeitsmarktforscher.

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