"Kein Grund zur Panik"
Zu dick, zu schwach, zu langsam

Jan Ullrich hat beim Radrennen "Flèche Wallonne" aufgegeben und die nächsten Starts abgesagt - bis Ende Mai will er nur trainieren.

BERLIN. Die Mauer war zu hoch. Nach 100 Kilometern ist Jan Ullrich am Mittwoch beim "Flèche Wallonne" in Belgien vom Rad gestiegen, zwei Drittel der "Mauer von Huy", wie der steile Anstieg heißt, hatte er da zurückgelegt. Die übliche Formschwäche oder größere Gewichtsprobleme als sonst im Frühjahr?

Gestern hat Ullrichs Team T-Mobile die geplanten Starts des 30-Jährigen beim Weltcuprennen Lüttich - Bastogne - Lüttich am Wochenende und bei dem Frankfurter Rennen "Rund um den Henninger Turm" am 1. Mai abgesagt. Bis zur Tour de France wird Ullrich kein Weltcuprennen bestritten haben. "Ich bin ehrlich genug zuzugeben, dass dieses Rennen für mich noch eine Etage zu hoch war", hatte Ullrich am Mittwoch gesagt.

"Es besteht kein Grund zur Panik, Jan muss jetzt trainieren", sagt Rudy Pevenage, Ullrichs persönlicher Berater. Der ehemalige Sportliche Leiter vom Team Telekom, der zusammen mit Ullrich 2002 das Team über Nacht verlassen hatte und seitdem mit Teammanager Walter Goodefroot zerstritten ist, will nach vielen Unstimmigkeiten und seinem Ausschluss vom direkten Kontakt zu Ullrich während der Rennen jetzt mit der Teamleitung "an einem Strang ziehen". Die Streitigkeiten waren von Kritikern als ein Grund für Ullrichs schwache Form ausgemacht worden.

Die Teamleitung teilte an Donnerstag mit, dass "wir eine gemeinsame Basis gefunden haben". Wie diese im Detail aussieht, bleibt unklar. Pevenage wird auch in Zukunft bei den Rennen hinter den Absperrungen bleiben müssen. "Wir müssen jetzt alles dem gemeinsamen Erfolg unterordnen, damit Jan bei der Tour Armstrong angreifen kann", sagt Pevenage, der Ullrich in den Trainingsphasen betreut. "Sicher könnte Jan etwas dünner sein. Er ist für sein Gewicht selbst verantwortlich und muss sich zusammenreißen."

Im Vorjahr kam Ullrich beim Flèche Wallonne knapp hinter dem Sieger ins Ziel. Kurz zuvor hatte er mit dem Sieg bei "Rund um Köln" ein großes Comeback gefeiert. Damals, nach seiner Dopingsperre, fuhr er für das später aufgelöste Team Coast und um seine sportliche Zukunft. Seit er zur Telekom-Tochter T-Mobile zurückgekehrt ist, ist er wieder der umsorgte Star in einem hochklassigen Team, das mit immensem Aufwand den Tour-Sieg in Angriff nimmt. Und der fünfmalige Tour-Zweite steht, wie in fast jedem Frühjahr, in der Kritik. "Es scheint, dass er wieder zu wenig gearbeitet hat und zu viel wiegt", sagte der frühere Tour-Sieger Eddy Merckx.

Jan Ullrich wird jetzt längere Zeit in der Schweiz trainieren. Sein nächster Start ist erst am 29. Mai geplant. Bei dem Rennen "Rund um die Hainleite" in Thüringen.

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