Kein Herren-Sieg
Barna verhindert Tennis-Debakel

Dem deutschen Tennis ist seine internationale Zweitklassigkeit zum Auftakt der US Open einmal mehr schmerzhaft vorgeführt worden. Die nationale Meisterin Anca Barna sorgte am ersten Turniertag für den einzigen deutschen Sieg bei fünf Niederlagen.

HB/dpa NEW YORK. Nach dem nicht unbedingt zu erwartenden 6:1, 0:6, 6:3 gegen Lina Krasnorutskaja hat die Linkshänderin in Qualifikantin Maria Kirilenko erneut eine Russin zur Gegnerin. Sollte der durchaus mögliche Einzug in Runde drei gelingen, könnte dort die französische Mitfavoritin Amélie Mauresmo warten.

Auf den Nebenplätzen in Flushing Meadows enttäuschte am Montag nach Alexander Popp auch Tomas Behrend, wegen seiner Qualitäten auf Sand ein Kandidat für das Daviscup-Relegationsspiel gegen Weißrussland im September. Behrend unterlag 7:5, 3:6, 2:6, 3:6 gegen den erst 17 Jahre alten Tomas Berdych. Der Tscheche war eigentlich in der Qualifikation gescheitert, als so genannter Lucky Loser aber noch in das Hauptfeld gerutscht. Behrend führte dabei 3:1 im zweiten Satz und verlor dann völlig die Linie gegen das stark aufschlagende Talent.

Gleich nebenan musste Qualifikant Maxilian Abel, der von Schüttler-Trainer Dirk Hordorff betreut wird, sein Grand-Slam-Debüt schnell beenden. Der 21 Jahre alte Frankfurter musste sich beim 6:4, 4:6, 3:6, 1:6 der Routine des sieben Jahre älteren Tschechen Bohdan Ulihrach beugen. Fast zeitgleich verabschiedete sich Barbara Rittner mit 5:7, 2:6 gegen Julia Wakulenko aus der Ukraine, als 94. der Weltrangliste nur zwei Plätze vor der 30-Jährigen notiert.

Schließlich kassierte die Berlinerin Angelika Roesch beim 3:6, 3:6 gegen Paola Suarez im fünften Aufeinandertreffen die fünfte Niederlage gegen die Doppel-Spezialistin aus Argentinien.

Pete Sampras verabschiedet

Für den einzigen Lichtblick sorgte Anca Barna gegen die an Nummer 26 gesetzte Lina Krasnorutskaja. "Ich freue mich sehr, eine Spielerin aus den Top 30 geschlagen zu haben. Das gibt Selbstvertrauen", meinte die 65. der Weltrangliste nach dem wechselhaften Match, in dem sie beim Stand von 5:2 und eigenem Aufschlag zwei Matchbälle vergab. Beim dritten Versuch machte die 26-Jährige es dann besser. Ihre nächste Gegnerin kennt Anca Barna schon gut, obwohl sie Maria Kirilenko noch nicht Tennis spielen gesehen hat: "Wir wohnen im gleichen Hotel und nehmen immer das gleiche Auto dorthin."

Die Weltranglisten-Erste Kim Clijsters hatte nach kleinen Problemen am Anfang keine Mühe beim 6:2, 6:3 gegen US-College- Meisterin Amber Liu. Zuvor hatte die von einer Fußverletzung behinderte Amerikanerin Lindsay Davenport die Belgierin Els Callens 6:0, 6:1 abgefertigt. Der 2001 in Flushing Meadows erfolgreiche Australier Lleyton Hewitt folgte dem spanischen French-Open-Gewinner Juan Carlos Ferrero in die 2. Runde. Hewitt siegte zum Abschluss des ersten Tages 6:3, 6:2, 6:2 gegen den Rumänen Victor Hanescu.

Zwischen den abendlichen Partien von Clijsters und ihrem Freund Hewitt wurde der zurückgetretene Pete Sampras im Arthur-Ashe-Stadium verabschiedet. Zu der Zeremonie war sogar Boris Becker eingeflogen. "Ich habe mir nichts mehr zu beweisen. Meine größte Herausforderung war, hier im vorigen Jahr noch einmal zu gewinnen", erklärte der mit 14 Grand-Slam-Titeln erfolgreichste Tennisprofi überhaupt. "Ich bin zufrieden und habe meinen Frieden mit mir gemacht."

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