Kein Interesse an einer künstlichen Beeinflussung des Wechselkurses
Finanzminister Miyazawa: Japan strebt nicht nach Politik des schwachen Yen

Der japanische Finanzminister Kiichi Miyazawa hat sich gegen Spekulationen der Finanzmärkte gewandt, Japan strebe nach einer Politik des schwachen Yen. Japan habe nicht die Absicht, den Yen vorsätzlich zu schwächen, sagte Miyazawa am Mittwoch in Tokio.

rtr TOKIO. "Eine Politik zur Schwächung des Yen bricht mit den Prinzipien der G7 und sollte daher nicht verfolgt werden", fügte er hinzu. An den Finanzmärkten war in jüngster Zeit spekuliert worden, Japan wolle in Absprache mit den USA einen schwachen Yen-Kurs dulden, um die Exportwirtschaft des Landes anzukurbeln.

Der Yen stieg nach den Äußerungen auf ein neues Drei-Wochenhoch von 123 Yen je Dollar, schwächte sich im weiteren Verlauf jedoch wieder etwas ab. Seit Ende vergangenen Jahres hatte die japanische Währung gegenüber der US-Valuta stetig an Wert verloren und war Anfang April mit knapp 127 Yen je Dollar auf den tiefsten Stand seit Oktober 1998 gefallen.

Miyazawa bekräftigte unterdessen, der Wechselkurs sollte die fundamentalen Daten der Volkswirtschaft widerspiegeln. Japan werde beim nächsten Treffen der sieben führenden Industriestaaten (G7) klar machen, dass es kein Interesse an einer künstlichen Beeinflussung des Wechselkurses habe, sagte er. Das nächste Treffen der G7-Staaten findet am 28. April in Washington statt.

Ferner sagte der 81-jährige Finanzminister, er rechne nicht damit, nach Antritt einer neuen Regierung im Amt zu bleiben. "Ich glaube nicht, dass ich zum Bleiben aufgefordert werde." Wie er sich im Falle einer Anfrage entscheiden würde, könne er nicht beantworten, zumal ein neuer Premierminister noch nicht fest stehe. Nachdem der vormalige Premierminister Yoshiro Mori auf Grund politischer Patzer und Affären seinen Rücktritt angekündigt hatte, wird die regierende Liberaldemokratische Partei (LDP) am 24. Mai einen neuen Vorsitzenden wählen, der zugleich das Amt des Regierungschefs innehaben wird.

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