Kein Interesse an Premiere
Bertelsmann will Fachverlagsgruppe verkaufen

Die Bertelsmann AG will sich nach Angaben ihres Vorstandsvorsitzenden Thomas Middelhoff von ihrer Fachverlagsgruppe trennen.

dpa MÜNCHEN "Geschäfte, die unseren Anspruch nach Marktführerschaft nicht erfüllen und nicht in das Konzept eines integrierten Medienunternehmens passen, stehen auf dem Prüfstand", sagte er in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung". "Es zeigt sich, dass unsere Fachverlagsgruppe Bertelsmann-Springer diese Kriterien nicht erfüllt."

Der Vorstand habe deshalb entscheiden, alle Möglichkeiten zu prüfen. Das schließe einen Verkauf, die Fusion mit einem anderen Verlagshaus oder die Übernahme durch die eigenen Führungskräfte ein. BertelsmannSpringer ist in den Bereichen Fachzeitschriften, Newsletter, Fachbücher, CD-ROM, Online-Dienste und Datenbanken tätig.

In den Unternehmen der Gruppe sind 5248 Mitarbeiter beschäftigt. Der Umsatz betrug im vergangenen Geschäftsjahr 749 Mill. ?. Der frühere Vorstandschef des Axel Springer Verlages, Jürgen Richter, ist Vorsitzender der Geschäftsführung.

Kein Interesse an Premiere

Zudem sagte Middelhoff in dem Interview, man habe einer Beteiligung am verlustbringenden Kirch-Bezahlsender Premiere eine endgültige Absage erteilt. "Wir haben geprüft. Unsere Antwort ist eindeutig - Bertelsmann hat kein Interesse an Premiere", so der Bertelsmann-Chef. "Wir glauben nicht an das Konzept, das wir gesehen haben."

In den vergangenen Monaten war über einen möglichen Einstieg von Bertelsmann bei Premiere spekuliert worden. Bertelsmann war bis 1999 maßgeblich an dem Bezahlsender beteiligt, zog sich dann aber durch den Verkauf des Pakets an Leo Kirch aus dem Geschäft zurück. Die Milliarden-Verluste bei Premiere gelten als Hauptursache für die finanzielle Schieflage des gesamten Kirch-Konzerns.

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