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Kein Kartell-Verfahren gegen Lufthansa wegen Reisebüro-Provisionen

(dpa-AFX) Bonn - Die Streichung der Lufthansa-Grundprovisionen für Reisebüros ist nach einer Entscheidung des Bundeskartellamts wettbewerbsrechtlich zulässig. Die Airline missbrauche damit nicht ihre kartellrechtliche Marktmacht, teilte die Behörde am Montag in Bonn mit. Nach mehrmonatiger Prüfung sei entschieden worden, kein "Untersagungsverfahren" gegen die Lufthansa zu eröffnen. Die Fluglinie hatte angekündigt, sie wolle den Reisebüros ab 1. September die bislang übliche fünf- bis neunprozentige Vergütung nicht mehr zahlen.

(dpa-AFX) Bonn - Die Streichung der Lufthansa-Grundprovisionen für Reisebüros ist nach einer Entscheidung des Bundeskartellamts wettbewerbsrechtlich zulässig. Die Airline missbrauche damit nicht ihre kartellrechtliche Marktmacht, teilte die Behörde am Montag in Bonn mit. Nach mehrmonatiger Prüfung sei entschieden worden, kein "Untersagungsverfahren" gegen die Lufthansa zu eröffnen. Die Fluglinie hatte angekündigt, sie wolle den Reisebüros ab 1. September die bislang übliche fünf- bis neunprozentige Vergütung nicht mehr zahlen.

Die Reisebüros sollen den Kunden dann neben dem Flugpreis eine eigene Gebühr für Beratung, Buchung und Ticketausstellung berechnen. Laut Lufthansa wird mit diesem Vorgehen die internationale Entwicklung auch auf Deutschland übertragen.

Veränderte Bedingungen

"Der Schritt der Lufthansa verändert zweifellos die wirtschaftlichen Bedingungen in der Reisebüro-Branche", sagte Kartellamtspräsident Ulf Böge. Dennoch müssten auch marktstarke und marktbeherrschende Unternehmen die Möglichkeit haben, Kostensenkungen zu realisieren, wie es die Lufthansa beabsichtige.

Aus kartellrechtlicher Sicht sei aber wichtig gewesen, dass die Lufthansa den Reisebüros eine angemessene Umstellungsfrist einräumt und die Reisebüros die Chance hätten, ihre Dienstleistungen künftig direkt mit den Kunden abzurechnen, sagte Böge. "Die Lufthansa hat dem entsprochen."

Ob den Reisebüros dagegen aus handelsrechtlichen Gründen ein Anspruch auf Vergütung zusteht, ist derzeit Gegenstand einer Zivilklage des Deutschen Reisebüroverbandes gegen die Lufthansa./

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