Kein klares Statement zu einer möglichen Fusion
Röchling bleibt bei Rheinmetall vage

Die Röchling-Familie, Mehrheitsaktionär der Rheinmetall AG, lässt offen, ob es zu einer Verflechtung des Rüstungskonzerns mit Krauss Wegmann-Maffei (KMW) kommen wird.

HB/jkn MANNHEIM. "Unser Ziel ist eine Wertsteigerung", erklärte Georg Duffner, der Vorsitzende der Geschäftsführung der beiden Teilkonzerne Gebr. Röchling KG und Röchling Industrie Verwaltung GmbH (RIV), gestern in Mannheim.

Die Politik drängt angesichts der Übernahmegelüste amerikanischer Rüstungskonzerne auf eine deutsche Verbundlösung. Gleichzeitig will sich Siemens von dem 49-prozentigen Paket an KMW trennen. Röchling hatte angesichts unbefriedigender Zahlen bei Rheinmetall Ende 2001 die Zügel gestrafft und ein Wertsteigerungsprogramm gestartet, in dem auch von der Option eines Verkaufs die Rede ist. "Rheinmetall ist gut unterwegs, auch wenn wir mit den Ergebniszahlen noch lange nicht zufrieden sind", erklärte Duffner.

Rheinmetall und KMW arbeiten eng beim Panzerbau zusammen. Während sich Gert Winkler, Vorstandsmitglied der Rüstungstochter Rheinmetall DeTec AG, vor wenigen Tagen für eine gesellschaftsrechtliche Verbindung ausgesprochen hatte, spielte Duffner den Ball zurück an die Politik. "Wir unterstützen alles, was zu einer Wertsteigerung beiträgt. Hier hat die Politik sämtliche Einflussmöglichkeiten", erklärte er.

Allerdings ist der Spielraum von Röchling für Übernahmen begrenzt, da das zweite Standbein, die Gebr. Röchling KG, Schulden von 600 Millionen Euro drücken. In der KG sind die Sparten Technische Kunststoffe, Automobiltechnik und Elektronik gebündelt. "Der Abbau der Schulden hat Priorität", sagte Duffner. Mit Restrukturierungen sowie einem eisernen Sparkurs will er die Ertragssituation verbessern, die in einigen Bereichen recht bescheiden ist. Zwar stieg der Umsatz der KG im Jahr 2001 um 3% auf 1,65 Mrd. Euro, der Jahresüberschuss fiel aber von 18 Millionen auf 10 Millionen Euro.

Sorgenkind ist die Sparte Elektronik mit einem Vorsteuerverlust von 28 Millionen Euro. Zudem spürt Röchling, dass die Automobilindustrie immer mehr Kosten auf die Zulieferer verlagert. Deshalb bleibt Duffner zurückhaltend. Zwar konnte sich das Vorsteuerergebnis der KG im ersten Halbjahr von minus 1 Millionen auf plus 20 Millionen Euro deutlich verbessern, dieses Tempo könne aber kaum beibehalten werden. Mittelfristig solle die Umsatzrendite aber in sämtlichen Sparten 5% erreichen.

Quelle: Handelsblatt

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