Kein Kommentar aus Bonn
Post-Chef Zumwinkel soll Telekom führen

Deutsche-Post-Chef Klaus Zumwinkel wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit noch in diesem Jahr neuer Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom.

rtr/ddp/vwd FRANKFURT. Auf diese Lösung hätten sich die Führungsspitze des Bonner Konzerns und der Bund als Großaktionär der Telekom verständigt, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" vorab aus ihrer Samstagausgabe unter Berufung auf Regierungskreise. Die Telekom wollte den Bericht auf Anfrage am Freitagabend nicht kommentieren.

Vertreter der Bundesregierung haben nach Angaben aus informierten Kreisen Zumwinkel den Telekom-Vorstandsvorsitz angetragen. Man könne davon ausgehen, dass dieses Angebot für den Manager "eine Überlegung wert" sei, hieß es am Freitagabend in Berliner Regierungskreisen.

Die Deutsche Post erklärte auf Anfrage, da Zumwinkel bis Sonntag in einem Kurzurlaub sei und derzeit kein Kontakt zu ihm bestehe, könne man zu dem Thema zunächst nichts weiter sagen. Offiziell gelte weiterhin Zumwinkels Aussage vom Juli, wonach er Post-Vorstandschef bleiben wolle. Zumwinkel werde am Montag in Bonn zurückerwartet. Die Deutsche Telekom wollte sich zu den Spekulationen um einen Nachfolger von Helmut Sihler nicht äußern.

Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) habe sich bereits eindeutig auf Zumwinkel als künftigen Vorstandsvorsitzenden der Telekom festgelegt, schreibt die Süddeustche Zeitung weiter. Der Name Zumwinkel stoße im Berliner Finanzministerium auf Wohlwollen. Telekom-Interimschef Helmut Sihler und Aufsichtsratsvorsitzender Hans Dietrich Winkhaus hätten sich inzwischen gemeinsam ebenfalls auf Zumwinkel als Favoriten verständigt. Erst auf Rang zwei folge als interner Anwärter das amtierende Konzernvorstandsmitglied und der Chef von T International, -Mobile Kai-Uwe Ricke.

Ein Sprecher des Finanzministeriums verwies am Freitag darauf, dass eine solche Personalie nicht Sache des Finanzministers sei. "Wir haben mit dieser Personalentscheidung nichts zu tun. Der Bundesfinanzminister hat keine Festlegung getroffen. Das ist ausschließlich Sache der Telekom beziehungsweise des Telekom-Aufsichtsrates."

Der mehr als sieben Jahre als Telekom-Chef amtierende Ron Sommer war im Juli zurückgetreten, nachdem er wegen des Kurssturzes der Aktie, der Vorstandsvergütung sowie der Verschuldung des Unternehmens in die Kritik geraten war und dabei den Rückhalt der Bundesregierung als größter Aktionär verloren hatte. Der frühere Aufsichtsratschef Helmut Sihler nimmt seit Sommers Ausscheiden die Führung des Vorstands kommissarisch wahr und will das Amt bis Jahresende wieder abgeben.

Die "Bild"-Zeitung hatte in ihrer Dienstagausgabe unter Berufung auf Aufsichtsratskreise berichtet, bei dem Bonner Konzern seien noch vier Manager als mögliche Nachfolger für Sommer im Rennen. Zu den Kandidaten gehörten Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick und Ricke als interne Lösung sowie Ex-BDI-Chef Henkel sowie der Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking.

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