Kein Kommentar bei WCM
Übernahmegerücht um Thyssen-Krupp

Dem Thyssen-Krupp-Konzern liegen nach Angaben seines Sprechers Jürgen Claasen "keinerlei Erkenntnisse vor, dass Dritte eine unfreundliche Übernahme und Zerschlagung des Konzerns anstreben".

dpa ESSEN/FRANKFURT. Die "Neue Rhein/Neue Ruhr Zeitung" (NRZ/Essen) hatte am Donnerstag berichtet, Frankfurter Bankhäuser arbeiteten bereits an einem Übernahmekonzept. Die Fäden spinne dabei die WCM. Die Frankfurter WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG lehnte eine Stellungnahme zu dem Zeitungsbericht ab. "Wir haben eine Reihe von Projekten in der Pipeline", sagte WCM-Sprecher Frank Huber am Donnerstag. "Gerüchte kommentieren wir aber grundsätzlich nicht."

Laut Thyssen-Krupp werden 60 % der Unternehmens-Aktien frei gehandelt. 40 % halten Großaktionäre. Die Krupp-Stiftung etwa halte rund 18 % und die Thyssen-Stiftung rund 5 % der Aktien.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung reagierte gelassen. "Ich halte das für ein Gerücht", sagte Arbeitsminister Harald Schartau (SPD) in Düsseldorf. Die Eigentümerstruktur von Thyssen-Krupp mache eine feindliche Übernahme nicht einfach.

Winfried Becker, Analyst der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim, glaubt nicht an eine feindliche Übernahme. "Man muss nur auf die Aktionärsstruktur schauen, dann wird klar, dass eine vollständige Übernahme unmöglich ist", sagte er. Die Stiftungen werden sich seiner Einschätzung zufolge nicht von ihren Anteilen trennen.

Das bestätigte auch der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DWS), Ulrich Hocker. Mehr als 25 % der Thyssen-Krupp-Aktien seien in der Hand langfristig orientierter Aktionäre. Zwar seien Gerüchte grundsätzlich gut, wenn sie den Kurs beflügelten. "Allerdings sind solche Gerüchte aus Eigeninteresse schnell geschürt, und die Aktionäre, die zu den angeheizten Kursen gekauft haben, haben dann das Nachsehen", warnte er.

Die Thyssen-Krupp-Aktien gehörten am Donnerstag zu den Gewinnern unter den deutschen Standardwerten. Eine knappe Stunde nach Handelsbeginn stand das Papier mit 0,72 % im Plus bei 16,77 ?. Die Gewinne des Konzerns mit weltweit 195 000 Beschäftigten waren im vergangenen Geschäftsjahr (30.9.) um knapp 23 % gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Das Konzernergebnis sank von 1,1 Mrd. ? auf rund 850 Mill. ? (1,66 Mrd DM). Der Umsatz lag mit 37,9 Mrd. ? nur leicht über dem des Vorjahres (37,2 Mrd Euro).

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