Kein Kommentar des Finanzministeriums
DIW kritisiert Verzicht auf Zinssenkung der EZB

Das Bundesfinanzministerium hat es abgelehnt die Zins-Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) zu kommentieren. Dagegen kritisierte das Deutsche Institut für Wirtschaftforschung (DIW) in Berlin die EZB-Entscheidung, die Leitzinsen unverändert zu lassen.

Reuters BERLIN. Eine Sprecherin des Bundesfinanzministerium wollte auf Anfrage zur EZB-Entscheidung vom Donnerstag keine Stellung nehmen. Der DIW-Experte Andreas Cors sagte dagegen der Nachrichtenagentur Reuters: "Von der Strategie der EZB her sehen wir keinen Anlass für die Argumentation, bei dem jetzigen Zinsniveau zu bleiben." Das DIW habe bereits Mitte des Jahres angesichts der allgemein schwache Konjunktur in Deutschland und Europa und angesichts des ruhigen Preisklimas einen Spielraum für Zinssenkungen für die EZB gesehen. Die aktuelle Lage habe diese Argumentation eher noch gestärkt, sagte Cors.

Die EZB hatte die Leitzinsen in der Euro-Zone am Donnerstag unverändert gelassen. Auch die Bank von England änderte ihren Schlüsselzins nicht. Dagegen hatte die US-Notenbank ihre Leitzinsen am Vortag überraschend stark um 50 Basispunkte gesenkt.

Der DIW-Experte Cors kritisierte weiter, angesichts der auch für die nahe Zukunft relativ schwachen Wachstumsaussichten in Deutschland und im Euro-Raum sowie der allgemeinen Schwäche der Weltwirtschaft hätte es nach seinem Dafürhalten Spielraum für eine EZB-Leitzinssenkung gegeben. Dies gelte umso mehr, als weder von der allgemeinen Inflationsentwicklung her, noch von der Lohnentwicklung, bezogen auf Deutschland, Gefahren ausgingen. Das stärke die Auffassung des DIW, das aus konjunktureller Sicht und wegen der niedrigen Inflation für die EZB Spielraum für eine Leitzinssenkung der EZB gegeben sei.

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