Kein Kommentar seitens Wella
Mellon klagt wegen Wella-Übernahme

Der US-Hedge Fonds Mellon Alternative Strategies hat bei Gericht in Frankfurt Klage eingereicht, um die Übernahme des Darmstädter Haarpflegespezialisten Wella durch den US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble zu verhindern. Mellon selbst ist ein Vorzugsaktionär von Wella.

Reuters LONDON. Die Inhaber von Vorzugsaktien würden in der rund 5,4 Mrd.Dollar schweren Übernahme benachteiligt, begründete der Fonds am Freitag die Klage. Mit dem Schritt solle Zeit gewonnen werden, um die Transaktion doch noch zu blockieren. Das Angebot des US-Konsumgüterkonzerns für die Wella-Stamm- und Vorzugsaktionäre läuft in der kommenden Woche aus. Eine Sprecherin von Wella wollte die Klage auf Anfrage nicht kommentieren. Bei Gericht in Frankfurt war am späten Nachmittag keine Stellungnahme mehr erhältlich.

P&G hatte in einem überraschenden Schritt vor einigen Wochen von den Wella-Familienaktionären knapp 78 Prozent der Stammaktien erworben und sich damit die Macht über den Haarpflegekonzern gesichert. Zugleich legte das Unternehmen den außen stehenden Vorzugsaktionären zunächst ein Übernahmeangebot in Höhe von 61,50 Euro vor, das später auf 65 Euro aufgestockt wurde. Stammaktionäre sollen dagegen 92,25 Euro je Anteilsschein erhalten.

"Der einzige Unterschied zwischen den Aktien ist, dass Stammaktien Stimmrechte und die Vorzugsaktionäre einen größeren Anspruch auf Dividenden besitzen," sagte Dan Hartley, Managing Director in der Londoner Geschäftsstelle von Mellon. Das Wirtschaftliche dahinter sei aber gleich. "Warum werde dann aber eine Seite benachteiligt", merkte er weiter an.

Mit der Klage des Hedge-Fonds solle Vorzugsaktionären mehr Zeit verschafft werden, um eine Entscheidung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) anzufechten, die zuvor die Einschätzung zurückgewiesen habe, dass Vorzugsaktionäre ungerecht behandelt würden. Eine Wella-Sprecherin sagte zu der Klage auf Anfrage. "Wir sind nicht Gegenstand der Klage und können dies daher auch nicht kommentieren."

Der Vorstand der Wella AG hatte es bislang abgelehnt, seinen Aktionären eine Empfehlung abzugeben, ob sie das Angebot annehmen oder ablehnen sollen. "Diese Entscheidung muss jeder Aktionär selbstverständlich in eigener Verantwortung fällen", hatte Wella-Chef Heiner Gürtler auf der Hauptversammlung vor kurzem gesagt.

Wella-Vorzugsaktien lagen am Freitagnachmittag mit 0,44 Prozent im Minus bei 66,31 Euro. Wella-Stammaktien wurden dagegen kaum verändert bei 90,30 Euro gehandelt.

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