Kein Kommentar zu laufendem Kartellverfahren
Microsoft hofft auf neue Impulse

Microsoft-Deutschland-Chef Jürgen Gallmann hält ein Nebeneinander des hauseigenen Handy-Betriebssystems und der Plattform der Branchen-Allianz Symbian in der Zukunft für wahrscheinlich. Zugleich hofft er nach einem Ende des Irak-Kriegs auf Impulse im derzeit unter der Kaufzurückhaltung der Kunden leidenden IT-Geschäft.

Reuters MÜNCHEN. "Individualität wird es auch in Zukunft geben", sagte Gallmann am Samstag in München im Gespräch mit Reuters. Es gehe Microsoft nicht darum, im mobilen Bereich Konkurrenzsysteme "platt zu machen". "Insofern wird es in Zukunft Alternativen geben. Es wird nicht einen geben, der den Markt dominiert." Allerdings sei es wichtig, dass Anwendungen unter den verschiedenen Systemen ausgetauscht werden könnten. Einen Image-Schaden durch die jüngste illegale Veröffentlichung von Microsoft-Lizenzcodes im Internet sieht der im November angetretene Deutschlandchef nicht.

Microsoft will mit dem seit Jahren bei Computern dominierenden Betriebssystem Windows auch den Mobilfunkmarkt erobern. Als einziger der fünf weltgrößten Handyhersteller hat Samsung bereits auf Windows basierende Prototypen vorgestellt. Allerdings sind die Koreaner auch an der konkurrierenden Branchen-Allianz Symbian beteiligt. Zu dieser gehören auch Nokia , Motorola, Sony, Ericsson und Siemens. "Wir haben ein Interesse an diesem Markt", unterstrich Gallmann die Ambitionen Microsofts.

T-Mobile wird demnächst ein auf Windows basiertes Smartphone auf den Markt bringen, einen Westentaschen-Computer mit dem Namen MDA verkauft die Telekom-Tochter bereits.

Der Irak-Krieg hat sich nach Gallmanns Worten auch bei den Kunden von Microsoft in Kaufzurückhaltung niedergeschlagen. "Es ist aber nicht so, dass wir jetzt klagen müssten", sagte der Manager. Mit Blick auf die Entwicklung im Irak, die Erwartungen eines schnellen Ende des Krieges weckt, fügte er hinzu: "Ich hoffe natürlich schon, dass mit dem veränderten Bild, das sich mittlerweile ergibt, auch die eine oder andere Zurückhaltung aufgehoben wird." Allerdings sei der Irak-Krieg beileibe nicht der alleinige Grund für der derzeitige weltwirtschaftliche Schwäche.

Durch die am Donnerstag bekannt gewordene illegale Veröffentlichung eines Registrierungscodes für die Software "Windows Server 2003" sieht Microsoft sein Image nicht beeinträchtigt. "Das ist etwas, was uns nicht positiv stimmt", sagte Gallmann. "Das hat aber auch keinen derartigen Schaden, dass wir uns jetzt eingraben müssten." Hundertprozentige Sicherheit gebe es nicht. Eine Höhe für die von Microsoft erwarteten Lizenzausfälle nannte er nicht. Anwender des Registrierungsschlüssels können sich nun illegal die Software installieren, ohne dabei für die Nutzung zahlen zu müssen. Zum derzeit noch laufenden Kartellverfahren der EU gegen Microsoft wollte sich Gallmann nicht im Detail äußern und auch keine Prognose wagen. "Das müssen wir abwarten", sagte er. "Wir fühlen uns fair behandelt, das ist ein offener Dialog."

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